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Hacker
Ein Hacker ist eine Person, die sich daran erfreut, ein tiefgreifendes
Verständnis der internen Arbeitsweise eines technischen Systems
zu erlangen. Als Beispiel kann er ein Computerbenutzer sein, der sich
mit dem Erstellen und Verändern von Computersoftware oder hardware
beschäftigt und dabei ein überdurchschnittliches Fachwissen
aufweist oder eine Person, die mit ihren Fachkenntnissen eine Technologie
beliebiger Art außerhalb ihrer eigentlichen Zweckbestimmung benutzt.
Ein Hacker identifiziert sich mit seiner Tätigkeit besonders und
genießt die intellektuelle Herausforderung, auf kreative Weise
Grenzen zu überwinden oder zu umgehen.
In der Computersicherheit ist ein Hacker ein Spezialist, der mit seinem
Fachwissen Sicherheitslücken sucht und ausnutzt bzw. dabei hilft,
solche Schwachstellen zu erkennen und zu beseitigen.
In der Programmierung ist ein Hacker ein Programmierer, der komplizierte
Probleme mit einfachen Mitteln löst. Das kann sich einerseits auf
besonders elegante, andererseits auch auf ineffiziente, unschöne
und ungeschliffene Lösungen beziehen.
In der Hardwareentwicklung entwickelt oder verändert ein Hacker
Hardware, schreibt Gerätetreiber und Firmware oder beschäftigt
sich mit den physikalischen Grundlagen der Netzwerke, insbesondere wenn
er dabei Dinge außerhalb der Spezifikation verwendet. Daran angelehnt
gibt es auch Strömungen, in denen Hacken allgemeiner als übergreifende
Kultur des kreativen Umgangs mit Technik jeglicher Art verstanden wird,
wodurch der Begriff Hacker in verschiedenen, auch nicht
informationstechnischen Bereichen, Verwendung findet.
Im Hackerjargon wird ein Hacker überdies allgemein als Person
mit Fachkenntnissen auf einem beliebigen Gebiet der Technologie bezeichnet.
Als Beispiel kann auch jemand auf dem Fachgebiet der Astronomie ein
Hacker sein.
In der Hackerkultur ist ein Hacker eine Person, die einen gewissen
sozialen Status erreicht hat und die durch ihre Identifikation mit den
kulturellen Werten und durch Besitz hinreichender Fachkenntnisse einen
entsprechenden Grad an gesellschaftlicher Anerkennung aufweist.
Begriffswandel
Das Wort Hack hatte im Lauf der Geschichte viele Bedeutungen.
Angefangen vom schlendernden Ritt, etwas mieten oder in kleine Stücke
hauen (14. Jahrhundert), ein Schriftsteller oder jemand, der routinemäßige
Arbeit verrichtet (18. Jahrhundert), erlangte der Begriff seit den 1950er
Jahren gleich mehrere neue Bedeutungen.
US-amerikanische Amateurfunker verwendeten Mitte der 1950er Jahre den
Begriff hacking als Ausdruck für besonders einfallsreiche
Anpassungen ihrer Geräte, die dazu dienten, deren Leistung zu verbessern.
In den späten 1950er Jahren wurde der Begriff hacking
auch vom Modelleisenbahnclub des MIT, genauer dem TMRC (Tech Model Railroad
Club of MIT) verwendet, welcher ebenfalls Bezug zur Anpassung ihrer
elektronischen und mechanischen Geräte nahm. Das Wort Hack
stand zunächst im Kontext von technikbasierten Streichen oder entsprach
einem Synonym für besonders geschickte oder gewagte Taten. Hat
ein Student des MIT einen raffinierten Streich ausgeheckt, galt der
Übeltäter als Hacker. Der Gebrauch des Wortes
Hack verschob sich zur Technik, die benötigt wird,
um den Streich auszuführen und wurde später für eine
schlaue technische Lösung im Allgemeinen verwendet, ohne sich dabei
unbedingt auf den Computer zu beziehen.
Demgegenüber nannten die Computerfreaks des MIT AI Lab (Artificial
Intelligence Laboratory), welche die ersten Großrechner und Minicomputer
des MIT programmierten, seit Anfang der 1960er Jahre auch das gemeinsame
Programmieren und den freien Austausch von Wissen hacken
und sich selbst Hacker. Bereits in diesen ersten Jahren
verfassten sie für sich einen Kodex, der allerdings damals nicht
in schriftlicher Form festgehalten wurde. Erst zwei Jahrzehnte später
dokumentierte der Journalist Steven Levy seine persönlichen Eindrücke
von dieser Szene und ihren Werten in seinem Buch Hackers - Heroes
of the Computer Revolution, wobei er den Kodex als Hackerethik
beschrieb.
Als Mitglieder des Modellbahnklubs damit begannen, mit einem DEC-PDP-1-Computer
zu arbeiten, wurde ihr Slang nun auch in schriftlicher Form auf den
Computer übertragen. Die zuerst bekannte Verwendung des Begriffs
Hacker wurde auf diese Weise von der Ausgabe des Studentenpapiers
vom 20. November 1963 der technischen Fachschule des MIT registriert.
1971 eröffnete John T. Draper, auch bekannt als Captain
Crunch, durch seine Publikation eines speziellen Tonwahlsignals
die Ära des kostenlosen Telefonierens, das so genannte Phreaking.
Dies war ein bemerkenswerter Hack, welcher die erste markante Assoziation
zwischen dem Begriff Hacken und dem Überwinden von
Sicherheitsbarrieren darstellt.
1975 kamen die ersten in großen Stückzahlen produzierten
Personalcomputer auf den Markt, wodurch der Computer Einzug in die Wohnzimmer
vieler Hacker fand und populäre Computerbausätze die Tradition
der Hacker förderten, die Technik wirklich zu verstehen.
In den 1970ern bis Anfang der 1980er Jahre wurde der Begriff Hacker
als Bezeichnung für außergewöhnlich gute Programmierer
geprägt. In einem übergreifenden Sinn gleicht das Wort innerhalb
der Hackerszene auch heute noch einem Rang: Es zeugt von Respekt und
stellt eine Auszeichnung für außergewöhnlich gute Fähigkeiten
dar, welche von Mitgliedern der Szene als nicht vorschnell verliehen
gilt.
Demgegenüber werden auch skurrile, meist auf die Schnelle erstellte
Notlösungen als Hack bezeichnet, die zwar funktionieren,
aber bei weitem nicht perfekt sind. In Bezug auf einen Entwickler, dessen
Quellcode eine einzige Aneinanderreihung solcher Hacks darstellt, steht
das Wort Hacker für einen schlampigen Programmierer
und stellt in diesem Kontext keine Ehrung dar.
1983 propagierten die Medien Newsweek und CBS News erstmals den Begriff
Hacker im Zusammenhang mit kriminellen Computerfachleuten,
die an Einbrüchen in fremde Rechner beteiligt waren und mehr zur
Tradition und Mentalität der Phreaking-Kultur gehörten.
Mitte der 1980er Jahre standen Hacker vornehmlich für wissbegierige
Menschen, welche die Welt der Computer erforschten und dabei in die
Tiefen der Materie eindrangen. Einige von ihnen erhielten so auch die
Fähigkeit, sich in fremde Systeme hacken zu können. Aufgrund
der Faszination von dieser Fähigkeit, wurde sie vor allem in den
1980er und 1990er Jahren durch Film und Presse stark übertrieben
dargestellt. Eine recht begrenzte Definition des Begriffs erreichte
so die Köpfe der Bevölkerung und ließ den Mythos Hacker,
wie er heute sprachgebräuchlich verwendet wird, entstehen. Der
1988 erschienene Beitrag Stalking the Wily Hacker von Clifford Stoll
aus der Mai-Ausgabe des Communications of the ACM sowie sein maßgebliches
Werk The Cuckoo's Egg aus dem Jahr 1989 und nicht zuletzt die Reaktionen
der Presse auf den zu dieser Zeit kursierenden Morris-Wurm und den KGB-Hack
taten ihr Übriges, um dieses einseitige Bild nachhaltig zu prägen.
Der moderne Gebrauch des Begriffs Hacker
Aus den verschiedenen Hackerkulturen heraus entstanden Versuche zur
Abgrenzung zum Begriff Cracker, wobei sich deren Ansätze je nach
Hackerkultur stark voneinander unterschieden. Zudem haben sich mehrere
Kategorien herauskristallisiert, in denen der Hackerbegriff verwendet
wird.
Abgrenzung zum Begriff Cracker
Die Definition und Verwendung des Begriffs Hacker ist Gegenstand
einer anhaltenden Kontroverse zwischen den verschiedenen Hackerkulturen.
Der Konflikt geht zurück auf die seit 1983 begonnene Verwendung
des Hackerbegriffs durch die Medien, welche damit Personen bezeichneten,
die an Einbrüchen in fremde Rechner beteiligt waren. Wie das Jargon
File beschreibt, wurden diese Begriffsassoziationen vor allem innerhalb
der akademischen Hackerkultur als unangenehm empfunden und seit 1990
als Gegenreaktion der Versuch unternommen, eine Abgrenzung durch die
Einführung der Bezeichnung Cracker zu bewirken. Die
anvisierte Trennlinie war klar und einfach: Jemand der Sicherheitsbarrieren
überwindet ist unabhängig von seiner Motivation kein Hacker,
sondern ein Cracker. Die Forderung, ein anderes Wort zu verwenden, wurde
jedoch von der Presse nicht wahrgenommen oder weitestgehend ignoriert.
Dazu entwickelten sich unter den Nachkömmlingen der Phreaking-Kultur
in den 1990er Jahren mit dem allgemeinen Aufkommen von Gesetzen gegen
Computersabotage Gegenströmungen, die versuchten, ihre Aktivitäten
auf legale Weise fortzusetzen, wobei sie weiterhin einen Verwendungsanspruch
auf den Hackerbegriff erheben. Aus ihnen ging eine Hackerkultur im Bereich
der Netzwerk- und Computersicherheit hervor, die einen anderen Weg beschreiten,
seiner Konnotation der Illegalität entgegenzuwirken. So wollen
sie die Trennlinie zum Cracker einzig an der Motivation des Hackers
orientiert sehen, weshalb dort ausschließlich die destruktiven
Elemente aus dieser Szene abwertend als Cracker betitelt
werden. Einige Hacker fordern auch hier eine deutliche Abgrenzung zwischen
Hacker und Cracker ein, doch spätestens als es um politisch motivierte
Aktionen geht, wird ersichtlich, dass es an einer klaren Trennlinie
zwischen gut und böse mangelt, was eine
solche Unterteilung unpraktikabel macht.
Demgegenüber verwenden die meisten Menschen Hacker
weiterhin als Oberbegriff, der im Kontext zur Computersicherheit sowohl
die (guten) Hacker als auch die (bösen)
Cracker einschließt, und dominieren so die umgangssprachliche
Bedeutung, wodurch er in dieser Form längst zu einem Elementarbegriff
geworden ist. Auch zahlreiche Hacker lehnen eine solche Abgrenzung ab
und verwenden den Begriff Cracker ausschließlich in
seinem ursprünglichen Kontext als jemand, der Softwarecode manipuliert,
um Kopierschutzmechanismen zu umgehen.
Hacker in der Computersicherheit
Innerhalb der Computersicherheit wird die Herausforderung des Hackens
darin gesehen, Sicherheitsmechanismen zu überlisten und somit Schwachstellen
erkennen zu können oder allgemeiner Systeme per Reverse Engineering
auf populäre Design- und Programmierfehler hin zu untersuchen.
Auf diese Weise erlangen sie (manchmal in Verbindung mit zusätzlichen
Taktiken) unter Umgehung der Sicherheitsvorkehrungen Zugriff auf ein
Rechnersystem oder Zugang zu einer sonst geschützten Funktion eines
Computerprogramms. Hauptsächlich seit der Einführung von Strafen
für Computerkriminalität wird in dieser Bedeutung unterschieden
zwischen White-Hat-, Grey-Hat- und Black-Hat-Hackern, abhängig
von der Motivation und Loyalität zu solchen Gesetzen.
Das Hacker-Emblem, 2003 von Eric S. Raymond als übergreifendes
Symbol für die Linux-, Open-Source-, GNU- und BSD-Hackerkultur
vorgeschlagen
Das Hacker-Emblem, 2003 von Eric S. Raymond als übergreifendes
Symbol für die Linux-, Open-Source-, GNU- und BSD-Hackerkultur
vorgeschlagen
Hacker als Programmierer
Innerhalb der akademischen Hackerkultur bezieht sich die Verwendung
des Hackerbegriffs seit Anfang der 1990er vorrangig auf die Programmierer
der Open-Source-und freie-Software-Bewegung.
Hardware-Hacker
Hacken bedeutet für Hardwarehacker vor allem auch Wissen und Einblick
in das Funktionieren von Technologie. Ein Hacker, der Hardware auf Gate-Ebene
anpasst oder Gerätetreiber und Firmware schreibt, genießt
für gewöhnlich ein sehr hohes Ansehen in den verschiedenen
Hackerszenen. Das begründet sich hauptsächlich im Schwierigkeitsgrad
und der enormen Komplexität ihrer Tätigkeit. Während
Grundkenntnisse Ende der 1970er Jahre vor allem im Zusammenhang mit
eigenen Reparaturen von Heimcomputern oder Selbstbau-Sets recht gängig
waren, sind sie in den 1990er Jahren immer seltener geworden.
Der Begriff Hack steht hier allgemein auch für die
Erweiterung von komplexen Programmen oder für einen Code, der Zugang
zu einem Gerät verschafft bzw. eine neue Funktion verspricht, die
in dieser Form vom Hersteller nicht vorgesehen war. Auch ein Umbau der
Hardware fällt darunter (z.B. Playstation-Hack).
Selten spricht man auch beim Casemoddern von Hardware-Hackern. Ihnen
geht es um das optische (durch ungewöhnliche Gehäuse, Lichteffekten
und ähnlichem) und mechanische (Wasserkühlungen) Aufmotzen
von PCs. Sie teilen viele Werte mit dem Autotuning.
Der im deutschen Raum hauptsächlich für Belange der Computersicherheit,
aber auch darüber hinaus einflussreiche Chaos Computer Club (CCC)
sieht das Hacken allgemeiner als übergreifende Kultur des kreativen
Umgangs mit Technik jeglicher Art. Wau Holland war einer der großen
Leitfiguren des Clubs und prägte den Ausspruch: Wenn man die Kaffeemaschine
benutzt, weil der Herd nicht geht, um Wasser heiß zu machen, welches
dazu verwendet wird, die Fertigmischung für Kartoffelbrei zuzubereiten,
dann ist man ein Hacker. Im Rahmen des CCC wurde auch die weibliche
Rolle, die sog. Haecksen, geprägt.
Weitere Assoziationen zum Hackerbegriff
Im Allgemeinen besteht eine starke Assoziation zwischen den Begriffen
Hacker und Computerfreak oder -spezialist, wobei mit diesen Bezeichnungen
auf größeren Erfahrungsreichtum in der Computeranwendung
hingedeutet wird, ohne jedoch die für den Hackerbegriff notwendigen
tieferen Grundlagenkenntnisse zwingend vorauszusetzen. Auch nennen sich
Leute, die eine Affinität zur Hackerkultur zeigen, gerne Nerd
oder Geek, was im Computerkontext eine spezielle Art des
Computerfreaks charakterisiert.
Unter allen Hackerkulturen versteht man unter einem Hack oft auch eine
verblüffend einfache, (manchmal) elegante und pfiffige Lösung
eines nichttrivialen Problems, was einen besonders geschickten Hacker
als jemanden beschreibt, der die Dinge mit einfachen Mitteln angeht.
Menschen, die maßgeblich daran beteiligt waren, das Internet
aufzubauen, oder die aktuell dazu beitragen, den Nutzen des Internets
entscheidend zu erweitern, werden innerhalb der Hackerkulturen ebenso
einvernehmlich als Hacker bezeichnet, wie die Entwickler der wichtigsten
Meilensteine in Bezug auf Wissenschaft, Technik und Software.
Im Bezug auf Improvisation versteht man unter dem Begriff Hacker
nicht zwingend einen Fachmann. Abhängig von dem Gebiet, in dem
er sich betätigt, kann der Hacker durchaus als Synonym für
einen Amateur stehen, der einen Hack für die Lösung eines
Problems verwendet, weil er den sonst üblichen Weg nicht kennt.
Artikel Hacker. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand:
28. Januar 2007, 11:15 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hacker&oldid=27024858
(Abgerufen: 3. Februar 2007, 14:01 UTC)
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