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Budapest
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Közép-Magyarország (Mittelungarn)
Komitat: Budapest
Koordinaten: Koordinaten: 47° 30' N, 19° 03' O
Höhe: 102 m
Fläche: 525 km²
Gliederung: 23 Stadtbezirke
Einwohner: 1.700.019 (2006)
Bevölkerungsdichte: 3.238 Einwohner je km²
Postleitzahl: H-1xxy, wobei xx je die Nummer eines Bezirks darstellt
(1011 bis 1239)
Telefonvorwahl: (+36) 1
Bürgermeister: Gábor Demszky (SZDSZ)
Webpräsenz: www.budapest.hu
Budapest auf Deutsch auch Ofen-Pest, ist die Hauptstadt und zugleich
größte Stadt der Republik Ungarn. Mit etwa 1,7 Millionen
Einwohnern (Stand 2006) ist Budapest die achtgrößte Stadt
der Europäischen Union. Die Einheitsgemeinde Budapest entstand
1873 durch die Zusammenlegung der zuvor selbständigen Städte
Buda, Pest und Óbuda. Der Name Budapest selbst tauchte zuvor
nicht auf, üblich im Sprachgebrauch war Pest-Buda.
Geografie
Geografische Lage
Budapest liegt an der Donau, die an dieser Stelle das ungarische Mittelgebirge
verlässt und in das ungarische Tiefland fließt. Die höchste
Erhebung in Budapest ist der 527 Meter hohe János-Berg. Geotektonisch
gesehen liegt die Stadt auf einer Bruchstelle, deshalb ist besonders
Buda so reich an Thermalquellen.
Klima
Wegen der Binnenlage und der abschirmenden Wirkung der Gebirge hat
Budapest ein relativ trockenes Kontinentalklima mit kaltem Winter und
warmem Sommer. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar bei -4,6°C
sowie im Juli bei 21,8°C. Im Frühsommer sind die ergiebigsten
Niederschläge zu verzeichnen. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt
im Jahr rund 600 Millimeter.
Geschichte
Budapests Geschichte beginnt um 89 mit der Gründung einer Siedlung
mit Festung namens Aquincum durch die Römer und einer Bürgerstadt
im nördlichen Bereich des heutigen Óbuda.
Die damaligen Bewohner dieser Gegend waren Eravisken keltischen Ursprungs.
Aquincum war zwischen 106 und dem Ende des 4. Jahrhunderts Hauptstadt
der Provinz Pannonia, denn sie lag an der natürlichen Grenze (Limes)
Pannoniens, der Donau. Hier bekam der Ort mit der Festung eine führende
Rolle, und wurde zum Sitz des römischen Statthalters. 107 begann
der Bau eines Statthalterpalastes durch Kaiser Hadrian.
Nach dem Untergang des Römischen Reiches begann die Wanderung
der Hirtenvölker (wie der Hunnen) aus dem Osten. Diese Welle erreichte
gegen Ende des 4. Jahrhunderts Pannonien. Die Stürme dieser kriegerischen
Stämme verwüsteten die Landschaft und zerstörten teilweise
die römischen Städte. Relative Ruhe kehrte erst durch die
Landnahme der Magyaren um 896 ein. Es kam zur Besiedlung des gesamten
pannonischen Beckens und auch der Gegend um Óbuda. Durch die
Christianisierung sesshaft gewordene Ungarn wohnten in von ihnen gebauten
Dörfern mit Kirchen und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Im Zentrum
der Verkehrswege gewann Pest immer mehr an Bedeutung. Über die
Donau (etwa bei der heutigen Elisabethbrücke) entstand ein reger
Fährverkehr mit dem gegenüberliegenden Buda. Mit der Krönung
Stephans I. 1000/1001 zum ersten König von Ungarn bauten die Ungarn
ihre Vorherrschaft aus und 1361 wurde die Stadt, trotz der fast völligen
Zerstörung durch den Einfall der Mongolen (Mongolensturm) 1241
und der Verlegung der königlichen Residenz nach Visegrád
1308, Hauptstadt des Königreiches. 1514 fand ein Bauernaufstand
statt.
Ab 1446 griffen die Osmanen immer wieder Ungarn an, was in der Besetzung
des größten Teils des Landes gipfelte. So fielen Pest (veraltet
ungarisch für 'Ofen', auf slawisch *pec'', *pet' 'Ofen' zurückzuführen,
aufgrund der warmen Quellen oder wegen der vielen Kalkbrennereien auf
der Ostseite der Donau) 1526 und Buda (für die Etymologie siehe
unter Buda), durch die Burg etwas geschützt, erst 15 Jahre später;
die neue Hauptstadt des noch unbesetzten Ungarns, das fast nur noch
aus der heutigen Slowakei bestand, wurde von 1536 - 1784 Preßburg
(das heutige Bratislava, ungarisch Pozsony). Während Buda zum Sitz
des türkischen Gouverneurs wurde, fand Pest allerdings kaum eine
Beachtung und verlor einen großen Teil seiner Einwohner.
Schließlich gelang es den Habsburgern, seit 1526 Könige
von Ungarn, die Osmanen zu vertreiben und Ungarn wieder herzustellen.
Für die Bevölkerung von Buda und Pest änderte sich allerdings
nur wenig, sie wurde weiterhin von Fremden verwaltet und musste sehr
hohe Steuern zahlen. Die Einwohner wehrten sich in einem Aufstand, der
aber niedergeschlagen wurde. Pest, das seit 1723 der Sitz der administrativen
Verwaltung des Königreiches war, wurde trotz der widrigen Verhältnisse
und eines verheerenden Hochwassers 1838 mit 70.000 Opfern zu einer der
am schnellsten wachsenden Städte des 18. und 19. Jahrhunderts.
1780 wurde Deutsch von den Habsburgern als Amtssprache eingeführt,
auch um die immer wieder aufflammenden revolutionären Bewegungen
besser kontrollieren zu können, aber auch wegen der regelmäßig
ins Land gerufenen deutschen Siedler, die mittlerweile große Stadtteile
besiedelten. Die Kroaten, die jahrhundertelang eine Personalunion mit
Ungarn bildeten und auch Budapest unterstellt waren, bezeichnen die
Stadt auch heute noch als Budimpeta (kroat. Budim für den
Stadtteil Buda und Peta für Pest). Dieser Schmelztiegel ist
der Grund, dass viele Länder eigene Namen für die Stadt und
ihre Stadtteile, Kirchen und Brücken haben.
Einer der Hauptgründe für den Aufschwung Budapests war die
Existenz einer Brücke im Sommer, welche aus aneinander befestigten
Booten bestand. Die Kettenbrücke (ungarisch Széchenyi Lánchíd),
die in Budapest die Donau überspannt, wurde in der Zeit von 1839
bis 1849 als erste feste Brücke des heutigen Budapest auf Anregung
des ungarischen Reformers Graf István Széchenyi erbaut,
nachdem er eine Woche lang warten musste, um zum Begräbnis seines
Vaters ans andere Ufer zu kommen. Ihren Namen trägt sie ihm zu
Ehren. Sie ist die älteste und bekannteste der neun Brücken
über die Donau in Budapest. Außerdem war sie bei ihrer Einweihung
1849 die erste Donaubrücke unterhalb von Regensburg.
Während der ungarischen Revolution 1848 war Budapest einer der
Hauptplätze der Unruhen, mit denen die Ungarn gegen die seit mehr
als 150 Jahren andauernde Unterdrückung der Habsburger ankämpften.
Zwar wurde der Aufstand mit Hilfe Russlands blutig niedergeschlagen,
aber die Ereignisse von 1849 führten 1867 indirekt in den Ausgleich
zwischen Österreich und Ungarn, in dem Ungarn weitgehend unabhängig
wurde. Symbol des Ausgleichs war der jährliche mehrwöchige
Aufenthalt Kaiser Franz Josephs in Budapest. Als König von Ungarn
residierte er auf der Budaer Burg und nahm in dieser Zeit - in ungarischer
Sprache und in eine ungarische Uniform gekleidet - mit den Ministern
k. Ungarns und dem k. ungarischen Reichstag seine ungarischen Ämter
wahr.
Die Zusammenlegung von Buda, Óbuda und Pest war schon 1849 unter
der revolutionären Regierung Ungarns verordnet worden, als aber
die Habsburger ihre Macht wiederherstellten, widerriefen sie diesen
Beschluss. Erst 1872, fünf Jahre nach dem Österreichisch-Ungarischem
Ausgleich von 1867 kam es endgültig zur Vereinigung der beiden
Stadthälften. Vorausgegangen war bereits 1870 die Gründung
eines Hauptstädtischen Rates für öffentliche Arbeiten
, der die bauliche und infrastrukturelle Entwicklung der Gesamtstadt
koordinieren sollte.
Zur Jahrtausendfeier der Landnahme der Ungarn (dem sogenannten Millennium)
1896 wurden zahlreiche Großprojekte, wie z. B. der Heldenplatz
und die erste U-Bahn auf dem europäischen Festland fertiggestellt.
Die Einwohnerzahl im gesamten Stadtgebiet versiebenfachte sich dadurch
zwischen 1840 und 1900 und stieg auf ca. 730.000.
Der verlorene Erste Weltkrieg, die daraus resultierenden Todesopfer
und der Austritt Ungarns aus der Donaumonarchie 1918, aber auch die
riesigen Gebietsabtretungen Ungarns (Ungarn verlor durch den Vertrag
von Trianon fast ¾ seines Reichsgebiets) versetzten Budapest
nur einen kurzzeitigen Schlag.
Nach der Etablierung einer kommunistischen Räteregierung unter
Béla Kun 1919 nahm Miklós Horthy als Kriegsminister der
in Szeged gebildeten konservativ-reaktionären Gegenregierung den
Kampf gegen das Regime von Béla Kun auf. Nach dem Sieg zog er
an der Spitze der konservativen Truppen am 16. November 1919 in Budapest
ein. Miklós Horthy wurde Reichsverweser (Regent; ungarisch: kormányzó)
Ungarns, das immer noch Königreich war.
Durch die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkriegs in
Ungarn starb rund ein Drittel der jüdischen Bevölkerung von
500.000 Ungarn, obwohl die deutsche Besatzung erst nach dem Versuch
der Lösung von Deutschland 1944 zustande kam und somit nur ein
Jahr andauerte. 1944 wurde die Stadt durch amerikanische und britische
Bombenangriffe teilweise beschädigt. Die stärksten Zerstörungen
erfolgten jedoch durch die von Ende Dezember 1944 bis Anfang Februar
1945, 102 Tage andauernde Belagerung durch sowjetische Streitkräfte
sowie durch die eingeschlossenen deutschen und ungarischen Truppen,
die bei ihrem Rückzug auf die Budaer Seite des Kessels auch sämtliche
Brücken über die Donau sprengten. 38.000 Budapester Zivilisten
starben während der Belagerung.
Nach dem Ende des Krieges folgte 1946 die Ausrufung der Republik und
1949 die Ausrufung der Volksrepublik Ungarn. 1956 war Budapest der Ausgangspunkt
des Ungarischen Volksaufstandes, nach dessen blutiger Niederschlagung
es zu Säuberungswellen im ganzen Land kam.
Am 23. Oktober 1989 wurde in Budapest die Republik Ungarn ausgerufen,
was wegbereitend für den Zerfall des ganzen Ostblocks werden sollte.
Im Jahre 2000 fanden ungarnweit Feierlichkeiten zum tausendjährigen
Jubiläum der Staatsgründung statt. Aus diesem Anlass wurde
auch die Hauptstadt verschönert: Die Parkanlage und das Kulturzentrum
Millenáris-Park und der Millenniumsstadtteil mit dem Nationaltheater
wurden errichtet, die Budaer Donauseite mit dem Campus der Technischen
Universität modernisiert. Schließlich folgte am 1. Mai 2004
die Mitgliedschaft Ungarns in der EU, was mit großen Feiern im
ganzen Land, aber besonders in der Hauptstadt Budapest gefeiert wurde.
Einwohnerentwicklung
Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand
aufgeführt. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen,
bis 2001 um Volkszählungsergebnisse und 2006 um eine Schätzung
des Ungarischen Zentralamts für Statistik. Die Zahlen vor 1873
beziehen sich auf die drei Städte Buda, Pest und Óbuda.
Deren endgültiger Zusammenschluss erfolgte am 17. November 1873,
nach dem die erste Zusammenlegung am 24. Juni 1849 kurze Zeit später
wieder rückgängig gemacht wurde.
Der starke Anstieg der Bevölkerung zwischen 1949 und 1960 ist
auf die Eingemeindung von sieben Städten und sechzehn Gemeinden
in der Umgebung zurückzuführen. So stieg die Einwohnerzahl
am 1. Januar 1950 um 582.000 Personen auf 1,64 Millionen, die Fläche
von 206 Quadratkilometer auf 525 Quadratkilometer, die Zahl der Stadtbezirke
von 14 auf 22.
Verwaltung
Stadtteile
Die Stadt besteht aus drei ehemals selbständigen Städten,
die erst 1873 zur Gemeinde Budapest vereint wurden. Auf der östlichen,
flachen Seite der Donau liegt Pest, das zwei Drittel der Stadtfläche
einnimmt, auf der westlichen, bergigen Seite Buda (dt. Ofen) und Óbuda
(dt. Alt-Ofen) das restliche Drittel der Stadt.
Bezirke
Budapest ist verwaltungsrechtlich in 23 Bezirke eingeteilt. Am 1. Januar
1950 wurde die Stadt in 22 Bezirke geteilt, der 23. (XXIII.) wurde später
aus dem 20. (XX.) abgeteilt. Ausgehend vom ersten Bezirk um das Burgviertel
(Vár) werden die Bezirke im Uhrzeigersinn mit römischen
Zahlen durchnummeriert und dabei mehrmals die Donau übersprungen.
Bezirk Stadtteil
Bezirk I Tabán, Vár (Burgviertel), Krisztinaváros
(Christinenstadt), Süd-Víziváros (Wasserstadt)
Bezirk II Rózsadomb (Rosenhügel), Pasarét (Ried),
Hegyvidék (Bergland), Hu"vösvölgy (Kühles
Tal), Pesthidegkút (Kaltenbrunn), Nord-Víziváros,
Országút (Landstraße), Törökvész
(Rochusberg)
Bezirk III Óbuda (Alt-Buda bzw. Alt-Ofen), Újlak (Neustift),
Békásmegyer (Krottendorf), Óbudai-sziget (Altbudaer
Insel)
Bezirk IV Újpest (Neu-Pest), Káposztásmegyer
Bezirk V Belváros (Innere Stadt), Lipótváros (Leopoldstadt)
Bezirk VI Terézváros (Theresienstadt)
Bezirk VII Erzsébetváros (Elisabethstadt)
Bezirk VIII Józsefváros (Josefstadt)
Bezirk IX Ferencváros (Franzstadt)
Bezirk X Ko"bánya (Steinbruch)
Bezirk XI Újbuda (Neu Buda), (Kelenvölgy (Kreintal), Kelenföld
(Kreinfeld), Lágymányos (Leutmannosch), Albertfalva (Albertdorf),
Gellérthegy (Gellértberg), Sashegy (Adlerberg), Gazdagrét
(Reicheried), O"rmezo" (Feldhut))
Bezirk XII Hegyvidék (Bergland), (Farkasrét (Wolfwiese),
Jánoshegy (Johannesberg), Németvölgy (Deutschenthal),
Svábhegy, Zugliget (Auwinkel)
Bezirk XIII Újlipótváros (Neu-Leopoldstadt), Angyalföld
(Engelsland), Margitsziget (Margaretheninsel)
Bezirk XIV Zugló (Alsórákos (Unter-Rákos),
Herminamezo" (Herminenwiese), Istvánmezo" (Stefanswiese),
Kiszugló (Klein-Zugló), Nagyzugló (Groß-Zugló),
Rákosfalva (Rákos-Dorf), Töröko"r (wörtlich:
türkischer Wächter), Városliget (Stadtwäldchen))
Bezirk XV Rákospalota (Rákos-Palast), Pestújhely
(Neu-Pest-Berg), Újpalota (Neuer Palast)
Bezirk XVI Mátyásföld (Matthiasland), Sashalom (Adlerhügel),
Cinkota, Rákosszentmihály (Rákos-St.Michael)
Bezirk XVII Rákosmente (Rákoskeresztúr (Rákos-Kreuzherr),
Rákoscsaba, Rákosliget (Rákos-Park), Rákoshegy
(Rákosberg), Rákoskert (Rákosgarten))
Bezirk XVIII Pestszentlo"rinc (Pest-St.Laurenz), Pestszentimre
(Pest-St.Emmerich)
Bezirk XIX Kispest (Klein-Pest)
Bezirk XX Pesterzsébet (Pest-Elisabeth)
Bezirk XXI Csepel
Bezirk XXII Budatétény, Nagytétény, Budafok
(Promontor)
Bezirk XXIII Soroksár
Anmerkung: Bezirke in blau liegen in Pest, Bezirke in rot in Buda, die
in gelb auf einer Insel.
Städtepartnerschaften
Budapest unterhält derzeit (2005) Städtepartnerschaften mit
folgenden Städten:
* New York (USA), seit 1991
* Fort Worth (USA), seit 1990
* Wien (Österreich), seit 1990
* Berlin (Deutschland), seit 1992
* Frankfurt am Main (Deutschland), seit 1990
* Tel Aviv (Israel), seit 1989
* Bukarest (Rumänien), seit 1997
* Sarajewo (Bosnien-Herzegowina), seit 1995
* Lissabon (Portugal), seit 1992
* Zagreb (Kroatien), seit 1994
Städtepartnerschaften der Bezirke
* Der I.Bezirk (das Burgviertel Vár) unterhält eine Partnerschaft
mit Regensburg, seit 2005
* Der VIII. Bezirk unterhält eine Partnerschaft mit dem gleichnamigen
Bezirk Josefstadt in Wien und mit Josephstadt in Timis,oara im Bund
der Josefstädte.
* Der XI. Bezirk unterhält seit 1996 eine Partnerschaft mit dem
Stuttgarter Bezirk Bad Cannstatt, beide Bezirke haben das größte
Mineralwasservorkommen in Europa.
* Der XVI. Bezirk unterhält seit 2003 eine Partnerschaft mit Waltershausen
in Thüringen, Deutschland.
* Der XXII. Bezirk (Budafok) unterhält seit 1991 eine Partnerschaft
mit dem Stadtbezirk Bonn der Stadt Bonn.
* Der XXIII. Bezirk (Soroksár) unterhält seit 1988 eine
Partnerschaft mit Nürtingen in Deutschland.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen am Ufer der
Donau. Auf der westlichen, Budaer Seite erhebt sich der felsige Gellértberg
mit der Freiheitsstatue und der Zitadelle. Am Fuße des Berges
liegt das Gellért-Hotel mit Thermalbad sowie weiter flussabwärts
der Hauptbau der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität.
Nördlich des Gellértberges liegt der Burgberg mit der ehemaligen
Königlichen Burg. Sie beherbergt heute die Nationalbibliothek,
die Nationalgalerie sowie das Stadtmuseum. Neben der Burg befindet sich
im klassizistischen Sándor-Palais der Sitz des ungarischen Staatspräsidenten.
Im nördlichen Teil des Burgbergs erhebt sich die Matthiaskirche
und, ihr zur Donau hin vorgelagert, die Fischerbastei. Das Budaer Burgviertel
und das Donaupanorama stehen seit 1987 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.
Unter dem Burgviertel verläuft ein teils öffentlich zugängliches
Labyrinthsystem.
Am östlichen Donauufer, auf der flachen Pester Seite, erheben
sich das Parlamentsgebäude, die Akademie der Wissenschaften, eine
Reihe großer Hotels am so genannten Donaukorso, die Pester Redoute
(Ballsaal), die Corvinus-Universität (Wirtschaftsuniversität)
Budapest und weiter südlich das Nationaltheater und der Palast
der Künste.
Die Donau ist die eigentliche Hauptattraktion Budapests und wird im
Stadtgebiet von neun stadtbildprägenden Brücken überspannt.
Die bedeutendste, weil älteste und zugleich Wahrzeichen der Stadt,
ist die Kettenbrücke.
Von hier aus führt auf Pester Seite der kleine Ring zur Freiheitsbrücke,
vorbei an der Großen Synagoge, dem Nationalmuseum und der Großen
Markthalle. Die Große Synagoge in der Dohány-utca markiert
den Zugang zum historischen jüdischen Viertel Budapests, gelegen
zwischen kleinem und großem Ring. Der kleine Ring folgt in etwa
dem Verlauf der früheren Pester Stadtmauer, deren letzten Stadttore
Ende des 18. Jahrhunderts abgebrochen wurden. Reste der Stadtmauer stehen
allerdings noch. Zwischen kleinem Ring und Donau liegt die eigentliche
Innenstadt Budapests. Parallel zum Fluss verläuft mit der Váci
utca (Waiznergasse) die älteste Handelsstraße und heute bekannteste
Flaniermeile der Stadt.
Sie verbindet die Große Markthalle mit dem Vörösmarty
tér. Nördlich der Innenstadt, aber noch im zentralen V.
Bezirk gelegen, erhebt sich der höchste Kirchenbau Budapests, die
Basilika.
Der große Ring wurde zwischen 1872 und 1906 errichtet. Er führt
von der Peto"fibrücke zur Margaretenbrücke und ist eines
der bedeutendsten Architekturensembles seiner Zeit in Europa. Der hier
gelegene Westbahnhof ist gemeinsam mit dem Ostbahnhof Zeugnis großer
Bahnhofsarchitektur.
Am großen Ring, dessen Abschnitte die Namen des Heiligen Stefan
sowie der angrenzenden Bezirke Teréz, Erzsébet, József
und Ferenc tragen, stehen mehrere Theaterbauten (bis zu seiner Sprengung
1965 stand hier, am Blaha-Lujza-Platz auch das Nationaltheater) und
viele Filmtheater, von denen einige Ende der 1990er Jahre schließen
mussten, da am Westbahnhof und anderen Stellen der Stadt die Multiplexkinos
mehr Zuschauer anlocken konnten. Der Ring wird beim achteckigen Platz
Oktogon von der Andrássy-Straße gekreuzt, die den Stadtkern
mit dem Stadtwäldchen verbindet.
Die Andrássy-Straße ist bis heute das herausragendste
städtebauliche Vorhaben der ungarischen Hauptstadt. In nur vierzehn
Jahren, von 1871 bis 1885, wurde eine 2,4 Kilometer lange Allee errichtet,
die gesäumt wird von so genannten Wohnpalästen im Historismus,
der Ungarischen Staatsoper, dem Museum Haus des Terrors, mehreren Plätzen
und auf den Heldenplatz hinführt, der seinerseits von der Kunsthalle
und dem Museum der Schönen Künste eingefasst wird. In der
Mitte des Platzes gruppieren sich um das Millenniumsdenkmal die Standbilder
von vierzehn ungarischen Königen. Südlich des Heldenplatzes
liegt der langgestreckte Platz der 56-er, auf dem das Mahnmal des Aufstandes
von 1956 steht. Ein aus verschieden hohen Stahlstelen sich verengender
Keil schiebt sich scheinbar vom Stadtwäldchen kommend unter den
Belag des Platzes genau an der Stelle, wo 1956 ein Standbild Stalins
gestürzt wurde und über Jahrzehnte die Aufmärsche zum
1. Mai stattfanden. 50 Jahre nach dem Aufstand von 1956 wurde das Mahnmal
am 23. Oktober 2006 um 19.56 Uhr enthüllt.
Seit 2002 gehört auch die Andrássy-Straße zum Weltkulturerbe.
Unter ihr verkehrt die erste Budapester U-Bahn, sie ist nach der London
Underground die zweitälteste Europas.
Weiter östlich stadtauswärts, direkt hinter dem Heldenplatz,
liegen im Stadtwäldchen die Vajdahunyad-Burg, die zur Budapester
Millenniumsausstellung 1896 errichtet wurde, der Zoo, der Zirkus, die
Eiskunstlaufbahn sowie das Széchenyi-Bad. Neben dem Gellért-Bad
ist es das wohl bekannteste der Budapester Thermalbäder.
Außerhalb des Stadtzentrums befinden sich, am westlichen Donauufer,
die römische Siedlung Aquincum sowie, aus jüngerer Zeit, der
Skulpturenpark(Szobor Park), mit Statuen aus der Periode des Realsozialismus.
Kultur und Freizeit
Budapest besitzt 86 Theater, zwei Opernhäuser, Konzertsäle,
Musikclubs und zahlreiche große und kleine Kinos. Neben den 32
Museen verfügt das kulturelle Zentrum Ungarns über mehrere
kleine Galerien. Das Budapester Ludwig-Museum ist seit 2005 im Palast
der Künste beheimatet. Alljährlich im Frühjahr und Herbst
finden große Kulturfestivals statt, im Frühling das Budapester
Frühlingsfestival, im Herbst das Budapester Herbstfestival, im
Februar die Ungarische Filmschau, im April das Internationale Filmfestival
Titanic, jährlich ein internationales Theaterfestival und im August
das Inselfestival. Ein neues Kulturzentrum auf der Budaer Seite ist
der Millenáris-Park, der im Jahre 2000, anlässlich der Millenniumsfeierlichkeiten
zur Staatsgründung auf einem alten Fabrikgelände errichtet
wurde. Hier finden im Sommer Konzerte, Ausstellungen und andere kulturelle
Ereignisse statt. Der Kinderspielplatz hat handgeschnitzte, einem Volksmärchen
entnommene Figuren. Seit Oktober 2005 hat auch das ungarische Kindermuseum
Csodák palotája (Palast der Wunder) hier ein neues Zuhause.
Die bergige Umgebung Budapests bietet viele Ausflugsmöglichkeiten.
Die malerische Kleinstadt Szentendre nördlich von Budapest und
das Schloss in Gödöllo", der Lieblingsort von Königin
und Kaiserin Elisabeth, sind interessant. Das Donauknie erstreckt sich
bis Esztergom. Südlich der Stadt, auf der Csepel-Insel bei Halásztelek
erhebt sich der Sendemast Lakihegy. In den Budaer Bergen, deren höchste
Erhebung mit 527 Metern der János-Berg ist, verkehrt die Kindereisenbahn.
An der Endhaltestelle der Kindereisenbahn endet der Internationale Bergwanderweg
Eisenach-Budapest. In der mit Parks unterversorgten Stadt nimmt die
Margareteninsel als Erholungsgebiet eine zentrale Rolle ein.
Artikel Budapest. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand:
6. Februar 2007, 15:43 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Budapest&oldid=27445593
(Abgerufen: 7. Februar 2007, 13:40 UTC)
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