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Video Home System
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Einführung: 1976
VHS ist ein von der Firma JVC entwickeltes analoges und zuerst 1976
in Japan auf den Markt gebrachtes Aufzeichnungs- und Wiedergabesystem
für Videorekorder. VHS setzte sich als Standard für private
Video-Magnetbandaufzeichnungen durch und wurde trotz Entwicklung
besserer analoger Systeme erst durch ein digitales System abgelöst.
Im Gegensatz zu vielen konkurrierenden Systemen nutzt VHS einen "M"-Lademechanismus,
der für die kontinuierliche Signalübertragung zwei Köpfe
notwendig macht, jedoch kompaktere Geräte erlaubt.
Inhaltsverzeichnis
Bedeutung "VHS"
Die offizielle Lesart Video Home System ist nach Meinung einiger ein
Backronym, die Abkürzung stand angeblich ursprünglich für
Vertical Helical Scan (senkrecht-spiralförmige Abtastung) und beschrieb
die verwendete Aufzeichnungsmethode auf dem Magnetband. Nach anderen
Berichten stand es für Victor Helical Scan; JVC (Victor Company
of Japan) nennt sich innerhalb Japans einfach Victor. Tatsächlich
war Video Home System von Beginn an die offizielle Bezeichnung (siehe
Weblink.)
Eine VHS-Kassette enthält ein langes Magnetband, welches von einer
Spule auf eine andere gewickelt wird. Dabei läuft es langsam an
der schnell rotierenden Kopftrommel des Videorekorders vorbei. Die Kassetten
können (bei den meisten als Leerkassetten verkauften Fabrikaten)
durch Herausbrechen einer Lasche auf der rückwärtigen Längsseite
vor dem Löschen der enthaltenen Aufnahmen geschützt werden.
Eine erneute Aufnahme ist dann durch Abdecken mit einem Stück Klebeband
möglich.
VHS-Kassetten sind einseitig, können also nicht umgedreht eingeführt
werden. Beim Betrachten der Aufnahme ist in der Mitte der Spielzeit
also kein Drehen der Kassette notwendig, dafür muss sie vor der
nächsten Verwendung zurückgespult werden. Neuere Videorekorder
bieten oft eine sehr hohe Spulgeschwindgkeit. Der schnelle Bildsuchlauf
ist jedoch aus technischen Gründen in der Geschwindigkeit beschränkt:
Der Bildsuchlauf strapaziert die Mechanik und das Magnetband und ist
aufgrund des VHS-Formates nur mit Bildstörungen möglich, welche
bei zu hohen Geschwindigkeiten den eigentlichen Bildinhalt völlig
überdecken würden.
Das Magnetband der VHS-Kassette ist nicht frei zugänglich sondern
durch eine Klappe geschützt. Erst im Rekorder wird diese Klappe
geöffnet, und die Mechanik zieht so viel Band heraus dass die Videotrommel
halbseitig umschlungen werden kann.
Technische Daten
VHS speichert jedes Halbbild in einer eigenen Schrägspur auf dem
Band. Progressive Video wird nicht unterstützt. Moderne Geräte
mit Hifi-Stereo können problemlos ein analog kodiertes Dolby-Surround-Signal
aufzeichnen.
Bei der Aufzeichnung in NTSC wird eine andere Bandgeschwindigkeit als
bei PAL und SECAM verwendet. Zwar können in jedem Land gekaufte
Leerkassetten in allen Rekordern verwendet werden können, doch
die auf den Kassetten angegebene Laufzeit stimmt dann nicht mehr. Zur
Unterscheidung gibt es die Formate T-(Minuten) für NTSC (zum Beispiel
T-120) und E-(Minuten) für PAL (zum Beispiel E-180.) Die verringerte
Bandgeschwindigkeit bei PAL-Rekordern ist Folge des technischen Fortschritts,
der nach der Entwicklung der NTSC-VHS-Spezifikationen zur Verfügung
stand.
Die gängigen VHS-Kassetten für PAL haben meist Laufzeiten
von etwa zwei bis vier Stunden und werden mit E- (für PAL/SECAM)
bzw. T- (für NTSC) und der auf den Standard Play-Modus (SP) bezogenen
Spielzeit in Minuten gekennzeichnet. Die tatsächliche Zeit ist
häufig einige Minuten länger. Leerkassetten unter zwei Stunden
Laufzeit (E-30, E-60 und E-90) sind teilweise sogar teurer als längere,
besonders bei kommerziell bespielten Kassetten gibt es auch die verschiedensten
Sonderlängen.
Bei vielen Geräten wird der Beginn einer Aufnahme durch ein Index-Signal
markiert, wodurch später ein leichter Zugriff auf eine bestimmte
Bandstelle ermöglicht wird. Mit einigen Geräten können
diese Markierungen auch während der Aufnahme an beliebigen Stellen
eingefügt werden.
Im englischsprachigen Raum ist bei der Veröffentlichung von Spielfilmen
auf VHS Pan & Scan üblich, bei dem links und rechts
ein beträchtlicher Teil des Bildinhalts verloren geht. Im deutschsprachigen
Raum war dies bis Anfang der 1990er-Jahre üblich, danach wurde
häufig Letterbox mit den bekannten schwarzen Balken eingesetzt.
Ein Anamorphes 16:9-Bildformat ist möglich, wegen der Kompatibilität
zum 4:3-Format (bei Fernsehern ohne 16:9-Umschaltung) besonders bei
kommerziell bespielten Kassetten jedoch unüblich. Werden anamorph
ausgestrahlte Programme mit VHS aufgezeichnet, können entsprechende
Fernseher das Widescreen-Signal auswerten schalten automatisch auf 16:9
um.
Details zur Aufzeichnung
Das Magnetband hat eine Breite von 1,27 cm und bewegt sich mit nur
wenigen Zentimetern pro Sekunde (PAL: 2,339 cm/s, NTSC: 3,335 cm/s).
Für Aufzeichnung und Wiedergabe läuft das Band im Halbkreis
um eine Trommel mit einem Durchmesser von 6 cm herum. Die Trommel verfügt
über zwei gegenüberliegende Schreib-/Leseköpfe, die abwechselnd
verwendet werden, so dass immer derjenige Kopf mit Bandkontakt aktiv
ist.
Das TV-Signal mit etwa 5,5 MHz Bandbreite wird in Helligkeit und Farbsignal
getrennt, und die Helligkeitsinformation mittels Tiefpass auf etwa 3
MHz begrenzt. Dieses verbleibende Helligkeitssignal wird frequenzmoduliert
gespeichert. Die Frequenzmodulation ermöglicht eine vergleichsweise
geringe Störanfälligkeit der Aufzeichnung. Die FM-Trägerfrequenz
wurde so gewählt, dass im unteren Frequenzbereich noch Platz ist.
Dort wird per herabgesetztem Träger die Farbe (in
verringerter Auflösung) gespeichert. Da die Farbe nicht mittels
FM aufgezeichnet wird, ist das Farbsignal besonders rauschempfindlich.
Um die erforderliche Kopf-zu-Band-Geschwindigkeit für die Aufzeichnung
zu realisieren, dreht sich die Videokopftrommel mit 25 Umdrehungen pro
Sekunde (NTSC: 30 Umdrehungen pro Sekunde) so dass entsprechend viele
Halbbilder pro Sekunde abgetastet werden. Entsprechend steigt die Aufzeichnungsgeschwindigkeit
vom drehenden Kopf zum Band auf einige Meter pro Sekunde. (PAL: 4,867
m/s, NTSC: 6,953 m/s.) Bei PAL-VHS werden jeweils 208 parallele Videospuren
(Länge: 9,734 cm, Breite: 0,049 mm) schräg auf das Band geschrieben.
Longplay und Super-Longplay
Viele Geräte verfügen über einen Long Play-Modus (LP),
in dem durch Reduzierung der Bandgeschwindigkeit und somit auch der
Qualität (besonders beim Bildsuchlauf kann sich dies zeigen) die
Laufzeit verdoppelt wird, somit sind mit einer E-300-Kassette 10-Stunden-Aufzeichnungen
möglich. Beim Abspielen solcher Aufnahmen auf VHS-Geräten
ohne LP-Modus werden diese mit starken Störungen und teilweise
der doppelten Geschwindigkeit abgespielt. Seltener gibt es auch einen
Extended Play-Modus (EP) oder Super Long Play-Modus (SLP) der noch längere
Laufzeiten ermöglicht.
Im NTSC-Raum hingegen ist der Super-Longplay-Modus (SLP) mit einem
Drittel Bandgeschwindigkeit zur Verlängerung der Aufzeichnungsdauer
Standard. Halbierte Bandgeschwindigkeit bieten dort nur wenige Rekorder.
Obwohl die reduzierte Bandgeschwindigkeit die Qualität der Aufnahme
spürbar beeinträchtigt, selbst wenn Kassetten mit High-Grade-Beschichtung
genutzt werden, wurden sie früher angesichts hoher Kassetten-Preise
gerne genutzt. Um sehr lange Sendungen am Stück aufnehmen zu können,
kann auch heute noch die Notwendigkeit bestehen, mit LP aufzuzeichnen.
Übliche VHS-Bandlängen und Spielzeiten Band-Beschriftung Bandlänge
Spielzeit (PAL) Spielzeit (NTSC)
SP LP SP EP/SLP
E-120 173,7 m 2 h 4 h 1 h 26 min 4 h 18 min
E-180 259,4 m 3 h 6 h 2 h 9 min 6 h 27 min
E-240 348,1 m 4 h 8 h 2 h 53 min 8 h 39 min
E-300 435,1 m 5 h 10 h 3 h 36 min 10 h 49 min
Band-Beschriftung Bandlänge Spielzeit (NTSC) Spielzeit (PAL)
SP EP/SLP SP LP
T-120 247,5 m 2 h 6 h 2 h 49 min 5 h 38 min
T-160 327.7 m 2 h 40 min 8 h 3 h 43 min 7 h 26 min
T-180 368.8 m 3 h 9 h 4 h 13 min 8 h 27 min
Die E-300-Kassetten nutzen ein besonders dünnes Trägermaterial,
um die über 430 Meter Band noch auf die Spulen der Kassette wickeln
zu können. Mit etwa 430 Metern gilt die VHS-Kassette als ausgereizt.
Während übliche DVD-Rekorder (mit einschichtigen) Medien
je nach Qualität meistens nur 2, 4 oder 6 Stunden Gesamtspielzeit
bieten, kann ein PAL-VHS-Rekorder bis zu 5, im LP-Modus bis zu 10 Stunden
ununterbrochen aufnehmen.
Bildauflösung
Da das TV-Signal direkt (ohne Zwischenspeicherung) aufgezeichnet wird,
müssen alle Zeilen (auch die ohne Bildinhalt) berücksichtigt
werden, das sind pro Vollbild 625 Zeilen bei PAL und 525 Zeilen bei
NTSC. Die vertikale Bildauflösung beträgt bei NTSC-Vollbildern
485 Zeilen, bei PAL 576 Zeilen beträgt. In horizontaler Richtung
ist die Aufösung 220-240 Linien. Da dies auf die Höhe des
Bildes gerechnet wird, und VHS für 4:3-Formate entwickelt wurde,
ist die tatsächliche Helligkeitsauflösung pro Scanline bei
etwa 280-300 Linien.
Systembedingt (durch die Wahl der FM-Trägerfrequenz) ist die Bildauflösung
(der Helligkeitsinformation) von VHS begrenzt, egal wie fein die Partikeldichte
der verwendeten Magnetbänder oder wie ausgereift die Aufzeichnungstechnik
ist. Infolgedessen werden dünne horizontale Linien nur noch unscharf
dargestellt. An harten Kontrasten (z. B. weiß nach schwarz) sieht
man auf VHS-Aufzeichnungen oft einen dicken Strich dazwischen (in diesem
Falle grau.) Etwas höhere Frequenzen werden nur noch mit schwacher
Amplitude gespeichert.
Das komplette Halbbild wird (mit allen Zeilen) in einer Spur aufgezeichnet.
Bei der Aufzeichnung und Wiedergabe ist die Synchronisation mit dem
Zeilen-Anfang (H-Sync) oft nicht exakt, so dass sich ein leichtes "Zeilenwackeln"
beobachten lässt (insbesondere im LP-Modus.)
Da der Farbträger zur Magnetaufzeichnung heruntergesetzt wird,
und das Farbsignal in er noch verfügbaren Bandbreite nur quadratamplitudenmoduliert
(und nicht frequenzmoduliert) gespeichert werden kann, unterliegt es
starken Rauscheinflüssen.
Farbe wird mit deutlich reduzierter Auflösung aufgezeichnet. Pro
Zeile werden nur etwa 30-40 unterschiedliche Farbwerte gespeichert.
VHS nutzt außerdem ein System zur Farbrausch-Reduktion, in dem
die Farbwerte mehrerer Zeilen zusammengemischt werden, so dass auch
die vertikale Farbauflösung deutlich sinkt. Trotz der Rauschreduktion
flimmern Bildflächen mit starker Farbsättigung heftig. Eine
weitere Folge der Farbrauschreduzierung ist das "Ausbluten"
der Farbe bei mehrfachen Video-Kopien. Dies macht VHS für (semi-)professionelle
Zwecke ungeeignet, bietet jedoch für den Heimgebrauch einen guten
Kompromiss, um das Farbflimmern zu minimieren.
Audio-Qualität
Die Standard-Tonspur ist ein linear aufgezeichnetes Mono-Signal mit
maximal 10 KHz Bandbreite bei einem Rauschabstand von nur etwa 40 dB.
Später ging man dazu über, statt der Mono-Spur zwei getrennte
Kanäle (also Stereo) zu speichern. Schließlich wurde in den
Video-Schrägspuren die Aufzeichnung von Hifi-Stereo ermöglicht,
womit die lineare Stereo-Aufzeichnung obsolet wurde. Der Mono-Track
bleibt auch bei Hifi-Stereo-Rekordern zur Kompatibilität erhalten.
Der Hifi-Stereo-Ton bietet beinahe CD-Qualität und wird mit einem
separaten Kopfpaar in die Tiefe der Magnetschicht geschrieben, während
das Videosignal nur die Oberfläche magnetisiert. Die Audiospur
enthält den linken Kanal auf einem 1,4-MHz-Träger, und den
rechten Kanal auf einem 1,8-MHz-Träger. Damit überscheiden
sich Audio- und Video-Frequenzen.
Um eine möglichst gute Trennung beider Signale zu erreichen, sind
die Winkel der schmalen Öffnungen der Audio-Köpfe gegenüber
den Video-Köpfen etwas versetzt.
Bei Geräten mit Stereo-HiFi-Ton wird eine Bandbreite von 20 Hz
- 20 kHz bei einem Rauschabstand von ungefähr 75 dB aufgezeichnet.
Das für einen Erwachsenen erfassbare Spektrum deckt etwa den Bereich
20 Hz bis 18 kHz ab.
Video
Anzahl der Köpfe
Da die Trommel nur halbseitig vom Magnetband umschlungen wird, sind
zwei Köpfe im Winkel von 180° erforderlich, um kontinuierlich
das Band lesen (oder es beschreiben) zu können.
Für Hifi-Stereo sind zwei zusätzliche Köpfe notwendig,
einerseits um den unterschiedlichen Winkel in der Kopf-Spaltöffnung
(für die Audio-Video-Signaltrennung) zu realisieren und andererseits
um den Ton kurz vor dem Bildsignal auf das Magnetband zu schreiben.
Im Longplay-Modus bewegt sich das Band mit nur halber Geschwindigkeit,
was automatisch zu dünneren Spuren führt. Um für Longplay
(und nur für Longplay) eine bessere Bildaufzeichnung- und Wiedergabe
zu erreichen, gibt es in den meisten Rekordern noch zwei Videoköpfe
mit kleinerer Öffnung (um der gesenkten Spurbreite besser Rechnung
zu tragen.)
Geräte-Anschlüsse
VHS-Rekorder haben einen TV-Tuner, um auch bei ausgeschaltetem Fernseher
(oder anderer Fernseher-Programmwahl) aufzeichnen zu können und
bieten dementsprechend einen analogen TV-Anschluss. Damit man keinen
externen Splitter braucht, verfügen die Rekorder auch über
einen TV-Ausgang, so dass man das Signal durch den Rekorder zum Fernseher
durchschleift.
Zur Ausgabe an den Fernseher hat sich bei europäischen Geräten
der SCART-Anschluss durchgesetzt, der zusätzlich zum üblichen
Composite-Anschluss (mit drei Steckern: Video, Audio links, Audio rechts)
vorhanden ist. Um von einem anderen Gerät wie einer Decoder-Box
aufnehmen zu können, bieten die meisten Geräte zusätzlich
einen SCART-Eingang.
Auch das via SCART ausgegebene Bild ist leider nur ein Composite-Signal.
Einen S-Video-Anschluss findet man erst ab S-VHS-Geräten. RGB-
oder Component-Anschlüsse (YPbPr) sind gar nicht vorgesehen. Bei
Composite Video tritt zwischen Farb- und Helligkeitssignal oft ein Übersprechen
auf, was sich in wabernden Pixelmustern äußert.
Kassettenpreise
Die Preise für Kassetten mit einer Spielzeit von zwei bis vier
Stunden sind in etwa gleich. Fünfstündige Kassetten kosten
etwa das Doppelte. Auffällig ist, dass Kassetten mit einer Spielzeit
von weniger als zwei Stunden (z. B. E-30, E-60 und E-90) erheblich teurer
sind.
unter E-120: ab 6,00 € aufwärts
E-120: ca. 1,50 €
E-180: ca. 1,50 €
E-240: ca. 1,50 €
E-300: ca. 3,00 € (für 300-min-Bänder wurde ein spezielles,
dünneres Trägermaterial entwickelt. Trägermaterial, wie
es in E-240 verwendet wird, hätte nicht mehr in die Kassette gepasst.)
Diese Preise sind Richtpreise und gelten nicht für Marken-Produkte.
Versionen von VHS
Von VHS existieren viele verbesserte Versionen. VHS-HQ-Geräte
boten gegenüber VHS-Rekodern zusätzliche Schaltungen, um die
wahrgenommene Qualität mit Rauschfiltern und Bildschärfung
zu steigern. Die höherpreisigen VHS-HQ-Geräte haben sich jedoch
nicht durchgesetzt und verschwanden wieder vom Markt.
Das 1987 eingeführte S-VHS-System ist ein weiterentwickelter VHS-Standard,
der etwa 60% mehr horizontale Bildauflösung bietet und damit das
Helligkeitssignal praktisch in voller Auflösung speichern kann.
Auch S-VHS errang keinen durchschlagenden Markt-Erfolg, konnte sich
jedoch als eine der qualitätsmäßig VHS überlegenen
Alternativen etablieren. Auf S-VHS-Maschinen sind VHS-Videos abspielbar.
Umgekehrt gilt dies nicht, nur wenige (und dann speziell gekenntzeichnete)
VHS-Geräte können S-VHS-Videos wiedergeben, jedoch nur in
VHS-Qualität. Versuche, S-VHS-ähnliche Qualität mit herkömmlichen
VHS-Bändern zu erreichen, konnten sich auf dem Markt nicht durchsetzen,
so dass S-VHS-Rekorder weiterhin auf die (teureren, aber besseren) S-VHS-Bänder
angewiesen sind.
W-VHS war ein analoges Format zur Aufzeichnung von HDTV-Sendungen,
welcher 1994 eingeführt wurde. Die Entwicklung wurde inzwischen
eingestellt. D-VHS ist ein digitales Format auf normalen S-VHS-Kassetten,
welches neben SDTV- und HDTV-Aufzeichnungen auch Datenspeicherung unterstützt,
je nach Bandlänge 25 bis 50 GB. D-VHS-Rekorder können auch
analoge VHS-Kassetten abspielen.
Für den Einsatz im Home-Video-Bereich war praktisch nur das normale
VHS relevant. Die Verbesserungen mit Ausnahme der Hifi-Stereo-Fähigkeit,
die in VHS-Rekordern Standard wurde fanden keine Verbreitung
und wurden mit der Einführung von HDD/DVD-Rekordern obsolet.
Kompakt-Kassetten
VHS-C ist eine Version für Camcorder mit verkleinerten Kassetten,
die mittels Adaptern auch in herkömmlichen VHS-Videogeräten
abspielbar sind; auch von S-VHS gibt es eine solche Version S-VHS-C.
Geschichte
In den Jahren ab 1980 wurde VHS zum allgemein anerkannten Standard
im Heimbereich, nachdem es sich auf dem Markt gegen Sonys Betamax und
Grundigs Video 2000 durchgesetzt hatte, die nach Ansicht vieler Experten
technisch bessere Systeme darstellten. Ein Hauptgrund für den Erfolg
waren die von den anderen Firmen verlangten Lizenzgebühren, während
JVC bei der Lizenzvergabe deutlich großzügiger war als die
Konkurrenz. Dies führte zum Formatkrieg.
VHS war von Beginn an konsequent auf den Privathaushalt entwickelt
worden und bot neben vergleichsweise preiswerten Geräten von Anfang
an Kassetten mit deutlich längerer Spielzeit als die Konkurrenz-Systeme.
Dies wird von vielen als ausschlaggebender Punkt gesehen, mit dem VHS
große Marktanteile gewonnen hatte.
Über die Entstehung von VHS (insbesondere die geheime Entwicklung
und den Widerstand gegen das japanische Handelsministerium) und die
Gründe des Erfolgs in Japan gegenüber Sonys Betamax gibt es
den japanischen Dokumentarfilm Hi wa Mata Noboru, auf englisch
Dawn of a New Day: The Man Behind VHS.
Nachdem VHS etwa 20 Jahre lang das marktführende Heimvideo-System
war, wurde es ab etwa 2000 nach und nach von der DVD abgelöst,
besonders als auch aufnahmefähige Versionen derselben große
Verbreitung fanden und dabei eine meist deutlich bessere Bildqualität
boten. Ab etwa 2003 wurden mehr DVD- als VHS-Videos verkauft, auch im
Jahr 2007 ist VHS jedoch noch nicht völlig vom Markt verschwunden,
außerdem gibt es DVD-VHS-Kombi-Geräte. VHS- und Kombigeräte
bieten jedoch praktisch immer nur einen Composite-Ausgang und keinen
(besseren) S-Video- oder RGB-Anschluss, von YPbPr ganz zu schweigen.
Kopierschutz
Der VHS-Standard wurde vom Entwickler und Rechteinhaber JVC im Jahre
1985 auf Druck der Filmbranche redefiniert (und je nach Standpunkt verbessert
oder verschlimmert). VHS-Lizenznehmer durften nur noch Videorekorder
mit AGC (Automatic Gain Control) bauen. Ursprünglich gedacht für
eine Verbesserung des Bildsignals auf Empfangsseite durch automatische
Aussteuerung, konnte diese Technik genutzt werden, um den von der Firma
Macrovision Corporation entwickelten analogen Kopierschutz (Macrovision)
zu implementieren. Ein geringer Teil der in Kopierwerken der Filmindustrie
hergestellten Kaufvideokassetten, ein größerer, von der jeweiligen
Hersteller- bzw. Verleihfirma abhängiger Teil der Videotheken-Verleihkassetten,
enthält das Macrovision-Signal, welches die AGC des empfangenden
Videorekorders verwirrt. Durch wechselnde Hell-Dunkel-Signale in der
Austastlücke wird die AGC angeregt, die Helligkeit ständig
nachzuregeln. Das Ergebnis sind durch starke Schwankungen von Helligkeit
und Farbsättigung unbrauchbare Kopien von solchen mit Macrovision
versehenen Leih- oder Kaufvideokassetten.
Reines Abspielen von Macrovision-Kassetten vom Videorekorder zum Fernseher
funktioniert ohne Störungen, da der Fernseher das gesamte Rücklaufsignal
durch Generatoren selbst aufbaut. Aus Sicht der Filmbranche wurden sogenannte
Raubkopien erschwert, aus Sicht des Verbrauchers wurde das ansonsten
prinzipiell zulässige Herstellen von Privatkopien selbst
von Sicherungskopien einmal gekaufter Kassetten erschwert bis
unmöglich gemacht. Eine Entfernung der Störsignale ist zwar
technisch recht einfach, der Verkauf von entsprechenden Zusatzgeräten
wurde jedoch um 2003 in den meisten EU-Ländern verboten.
Ein einfacher Trick war es, das HF-Signal durch einen Betamax-Recorder
zu schleifen. Dadurch wurde das Macrovision-Signal ausgefiltert. Außerdem
gibt es spezielle Geräte, mit denen sich Macrovision entfernen
lässt. Diese Geräte sind jedoch in Deutschland verboten, da
sie einen Kopierschutz umgehen.
Artikel Video Home System. In: Wikipedia, Die freie
Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 2. Mai 2007, 11:56 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Video_Home_System&oldid=31257614
(Abgerufen: 7. Mai 2007, 07:29 UTC)
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