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Other interesting pages - andere interessante Seiten k - Kakteengewächse
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Kakteengewächse (Cactaceae) oder kurz Kakteen sind eine Familie
der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta).
Inhaltsverzeichnis

Beschreibung
Kakteen sind mehrjährige Sträucher, seltener Bäume oder
Geophyten. Fast alle Arten sind Stammsukkulenten, deren Sprossachsen
stark angeschwollen sind. Die Wurzeln sind meist faserig oder bilden
bei Pflanzen mit nur geringer Stammsukkulenz manchmal sukkulente Knollen
oder Rüben. Die Hauptsprosse stehen, häufig charakteristisch
für bestimmte Gattungen, einzeln oder verzweigen von den Basen
oder weiter oben. Hauptsprosse und Zeige wachsen meist aufrecht oder
aufstrebend, manchmal auch kriechend oder hängend. Die Sprosse
sind zylindrisch oder zu Platykladien abgeflacht und tragen häufig
gut ausgebildete Rippen oder spiralig arrangierte Warzen. Areolen, die
stark reduzierte Kurztriebe darstellen, stehen auf zylindrischen oder
abgeflachten Sprossen meist gefeldert verteilt oder sonst auf den Erhöhungen
der Rippen oder Warzen. Sie sind filzig und tragen Dornen, die umgewandelte
Blätter darstellen, sowie häufig auch Wolle oder Borsten.
Filz und Dornen sind bei jungen Sämlingen immer vorhanden, werden
aber manchmal später abgeworfen oder von erwachsenen Pflanzen nicht
mehr gebildet. Die den Areolen entspringenden Laubblätter sind
manchmal vollständig ausgebildet (Unterfamilie Pereskioideae),
häufig pfriemförmig, sukkulent und kurzlebig (Unterfamilien
Opuntioideae und Maihuenioideae), fehlen aber meist völlig (Unterfamilie
Cactoideae). Nebenblätter sind nicht vorhanden.
Im Inneren der Pflanzen sind die Leitbündel entlang den Zentralachsen
ringförmig, bei abgeflachten Spossen oval angeordet. Verzweigungen
der Leitbündel führen jeweils zu einer Areole. Der enthaltene
Saft ist fast immer klar, nur wenige Arten von Mammillaria enthalten
Milchsaft.
Die Blüten entspringen meist einzeln, manchmal in kleinen Gruppen
den Areolen, seltener (in und um Mammillaria) den Axillen oder Furchen
zwischen Areolen und Axillen. Manchmal werden sie nur in besonderen,
stark bewollten oder beborsteten Bereichen (Cephalien), entweder entlang
den Sprossachsen und in diese eingesenkt (Espostoa, Espostoopsis) oder
endständig und den Wuchs begrenzend (Melocactus, Discocactus) gebildet.
Die Blüten sind zwittrig und meist radiärsymmetrisch, seltener
zygomorph. Die Durchmesser der Blüten variieren von 5 mm bis 30
cm, meist sind die Blüten jedoch relativ groß und bei kleinwüchsigen
Arten oft größer als die Pflanzenkörper. Die vielen
(fünf bis 50 oder mehr) Blütenhüllblätter wechseln
meist in Form und Struktur von außen nach innen von hochblatt-
zu kronblattartig. Staubblätter sind in großer Zahl (50 bis
1500, selten weniger) vorhanden. Je nach Anpassung an die Bestäuber
(Tagfalter, Nachtfalter, Fledermäuse, Kolibris oder Bienen) sind
die Blüten nachts (oft nur für wenige Stunden) oder tagsüber
(dann meist mehrere Tage lang) geöffnet und röhren-, glocken-
oder radförmig. Sie öffnen sich meist weit, bei röhrenförmiger
Gestalt aber manchmal nur wenig. Selten (bei Frailea) sind die Blüten
kleistogam und öffnen sich nur ausnahmsweise. Die Fruchtknoten
sind meist unterständig (in Unterfamilie Pereskioideae halb oberständig).
Die die Fruchtknoten enthaltende Bereiche der Blüte (Ovarien) sind
von außen meist mit Schuppen, Dornen oder Wolle bewehrt und von
innen mit Haaren abgetrennt. Die beerenähnlichen, oft fleischigen
und bei Reife auffällig gefärbten Früchte enthalten wenige
bis meist viele (bis etwa 3000) 0,4 bis 12 mm große Samen. Ziegen,
Vögel, Ameisen, Mäuse und Fledermäuse tragen wesentlich
zur Verbreitung der Samen bei.
Kakteen können sehr unterschiedliche Größen annehmen.
Carnegiea gigantea wird bis zu 15 Meter hoch (Rekord: 17,67 m). Der
kleinste Kaktus, Blossfeldia minima, bildet dagegen flachkugelige Körper
von kaum einem cm Durchmesser.
Auch die Wuchsgeschwindigkeiten sind sehr unterschiedlich. Einige Cereen
erreichen je Spross Zuwächse von mehr als 1 m pro Jahr. Bei Aztekium
ritteri ist dagegen auch im Verlauf mehrerer Jahre kaum ein Zuwachs
erkennbar.
Die Lebensdauer der Kakteen variiert ebenfalls stark. Langsam wachsende,
groß werdende und erst im hohen Alter blühfähige Pflanzen
wie Carnegiea und Arten von Ferocactus können bis zu 200 Jahre
alt werden. Die Lebensspanne sich schnell entwickelnder und früh
blühender Pflanzen ist dagegen kürzer. So wird die schon im
zweiten Lebensjahr blühende, selbstfertile und reichlich Samen
produzierende Echinopsis mirabilis selten älter als etwa 13 bis
15 Jahre. In Kultur und bei guter Pflege werden die Pflanzen aber in
der Regel älter als ihre Besitzer.
Verbreitung
Das natürliche Vorkommen der Kakteen ist auf den amerikanischen
Kontinent beschränkt. Dort erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet
vom südlichen Kanada bis nach Patagonien in Argentinien und Chile.
Die größte Dichte an Kakteenvorkommen findet man in den Gebieten
um den nördlichen (Mexiko) und südlichen Wendekreis (Argentinien/Bolivien).
Kakteenvorkommen außerhalb Amerikas, wie sie etwa vom Mittelmeerraum
bekannt sind, gehen auf eine Verbreitung durch den Menschen (sehr selten
durch Zugvögel) zurück.
Kakteen besiedeln die verschiedensten Lebensräume, von Tiefebenen
bis zu Hochgebirgen, von Tropischen Regenwäldern über Steppen
und Halbwüste bis zu Trockenwüsten. Allen Lebensräumen
ist gemein, dass das zum Überleben notwendige Wasser nicht regelmäßig,
sondern nur saisonal zur Verfügung steht.
Evolutionäre Entwicklung
Die Kakteengewächse gelten mit einem Alter von wenigen Millionen
Jahren als relativ junge Pflanzenfamilie, von ihr sind keine fossilen
Funde bekannt. Innerhalb dieser - geologisch gesehen - kurzen Zeitspanne
haben die Kakteen eine schnelle Entwicklung zu extrem spezialisierten
Pflanzen durchgemacht. Die Vorfahren der jetzigen Kakteen waren ursprünglich
krautige Pflanzen, die dem von anderen Pflanzen verursachten Konkurrenzdruck
um gut und regelmäßig bewässerte Standorte auswichen
und weniger gut und nur unregelmäßig bewässerte Standorte
besiedelten. Im Laufe vieler Generationen passten sie sich den meist
periodisch auftretenden Trockenperioden an und entwickelten die Fähigkeit,
das für das Überleben notwendige Wasser in ihren Körpern
zu speichern (Sukkulenz). Zudem reduzierten sie ihre Kurztriebe zu Areolen.
Bloomi
- die Pflanze für die Hosentasche - auch ein Kaktus
In Anpassung an die jeweiligen Umweltbedingungen und je nach Unterfamilie,
Gattung und Art in unterschiedlichem Umfang
* entwickelten sie den Wasser sparenden CAM-Mechanismus in ihrem Stoffwechsel,
* verlagerten sie die die Fähigkeit zur Photosynthese von den Blättern
auf die Rindenzellen der Sprossachsen,
* verringerten sie die Blätter in Größe und Anzahl bis
zur völligen Blattlosigkeit,
* wandelten sie die Blätter in Dornen um, die die Pflanzen beschatten,
Pflanzenfresser abwehren und Wasser (auch aus Nebel) aufnehmen und windstille
Zonen um die Pflanzenkörper schaffen, die die Verdunstung verringern,
* entwickelten sie blattartige Flachsprosse (Platykladien) als Blattersatz
oder aber kugelförmige Körperformen, die bei einer Minimierung
der Oberfläche im Verhältnis zum Volumen eine Verringerung
der Verdunstung erreicht,
* verringerten sie die Spaltöffnungen (Stomata), aus denen Wasser
verdunsten kann, in Größe und Anzahl,
* entwicktelten sie eine Wachsschicht auf der Epidermis zur Reduzierung
der Verdunstung,
* entwickelten sie Rippen oder Warzen zur Flexibilisierung des Körpervolumens,
zur Stabilisierung der Körperform und zur Selbstbeschattung,
* entwickelten sie giftige Inhaltsstoffe zur Abwehr von Pflanzenfressern,
* entwickelten sie Mimese, wie etwa die Vortäuschung dürrer
Grasbüschel zur Abwehr von Pflanzenfressern,
* reduzierten sie die oberirdischen Pflanzenteile bis auf nur während
der Vegetationsperiode vorhandene, aus Speicherwurzeln gebildete Sprosse
(Geophyten).
Artikel Kakteengewächse. In: Wikipedia, Die
freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Mai 2007, 13:24 UTC.
URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kakteengew%C3%A4chse&oldid=31307100
(Abgerufen: 4. Mai 2007, 06:03 UTC)
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