Gratis eMail Konto



Verkaufsjob - Handelsvertreter gesucht

Webdesign-Promotion-Wien

Other interesting pages - andere interessante Seiten c

Digitalfotografie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Digitalfotografie wird zusammenfassend die Fotografie mit Hilfe eines digitalen Fotoapparats oder die Arbeit mit digitalisierten Bildern sowie die sich daran anschließende Weiterverarbeitung mittels elektronischer Bildbearbeitung sowie digitaler Präsentation und Archivierung bezeichnet.

Die Digitalfotografie weicht in zahlreichen Aspekten von der klassischen optochemisch basierten Fotografie ab und ähnelt, insbesondere bei der Bildwandlung, einerseits der Videotechnik, andererseits den bildgebenden Verfahren.

Bilderzeugung

Bildwandlung

In der Digitalfotografie gibt es – von Hybridverfahren wie der Kodak Photo CD abgesehen – keinen chemischen Film mehr; zur Wandlung der Lichtwellen in digitale Signale werden Halbleiter-Strahlungsdetektoren in CCD- oder CMOS-Technik als Bildsensoren verwendet. Bei dieser Digitalisierung eines analogen Bildes handelt es sich um eine Bildwandlung, bei der eine Diskretisierung (Zerlegung in Bildpunkte) und Quantisierung (Umwandlung der Farbinformation in einen digitalen Wert) des analogen Bildes durchgeführt wird.

Hybridverfahren

Eine Übergangslösung zwischen analoger und digitaler Fotografie stellt die Fotografie mit dem klassischen "Silberfilm" dar, bei der anschließend das Negativ oder Positiv zunächst mit einem Scanner digitalisiert wird und dann das gespeicherte Bild digital weiterbearbeitet wird.

Die manuellen Arbeitsschritte kann man sich sparen, wenn man vom industriellen Fotolabor eine Kodak Photo CD herstellen lässt; dabei wird der – noch ungeschnittene – Filmstreifen direkt im Anschluss an die Entwicklung mit professionellen Scannern in hoher Qualität digitalisiert und auf eine CD gebrannt. Als kostengünstigere Alternative sind etwa seit 1999 sogenannte Picture Discs von verschiedenen Anbietern auf dem Markt, auf denen die Aufnahmen mit geringerer Auflösung im verlustbehafteten JPG-Format gespeichert werden. Die Qualität der Picture Disks ist in der Regel jedoch nicht für eine Weiterverarbeitung ausreichend, sondern nur zur Vorbetrachtung geeignet.

Kamerainterne Bildverarbeitung

Jede Digitalkamera führt nach oder bereits während der Bildwandlung eine Reihe von Verarbeitungsprozessen wie Weißabgleich, Erhöhung der Farbsättigung, Anheben des Kontrasts, Tonwertkorrektur, Filterung, Schärfen, verlustbehaftete Komprimierung usw. durch; Consumer-Kameras schärfen auch dann noch nach, wenn man diese Funktion abgeschaltet hat (vgl. Andrea Trinkwalder, Raw-Masse. Höhere Farbtiefe, weniger Fehler: Bessere Bilder dank Rohdaten).

Es gibt keine Möglichkeit, auf das vollkommen unbearbeitete Bild zuzugreifen; die größte Näherung an dieses kamerainterne "Original" bietet die Nutzung des speicherintensiven und herstellerabhängigen Rohdatenformats (CCD-Raw).

Digitalkamera
Fotobuch - Fotokalender

Bildeigenschaften

Seitenverhältnis

Die meisten Digitalkameras speichern Bilder mit einem Seitenverhältnis von 1,33 (4:3). Dies hat historische Gründe: Die ersten Digitalkameras waren auf existierende Sensoren angewiesen und da 4:3 dem Seitenverhältnis der verbreiteten Computermonitore und Fernsehnormen NTSC, PAL und SECAM entspricht (was wiederum von den frühesten Kinofilmen herrührt), waren überwiegend Sensoren mit diesem Seitenverhältnis verfügbar. Inzwischen werden Sensoren mit dem Seitenverhältnis 3:2 speziell für Digitalkameras entwickelt und zumeist in digitalen Spiegelreflexkameras eingesetzt. Panasonic bietet Kameras an, die mit Bildwandlern im Format 16:9 ausgerüstet sind, und durch Weglassung von Bildspalten in der Lage sind, zusätzlich auch die Bildformate 3:2 und 4:3 zu unterstützen.

In der Ausbelichtung hat ein Seitenverhältnis von 4:3 die Konsequenz, dass das Bild bei Verwendung der herkömmlichen 3:2-Papierformate (z.B. 10x15 cm) entweder oben und unten beschnitten wird oder links und rechts weiße Streifen auftreten. Daher werden heutzutage meist Papierformate mit den Seitenverhältnissen 4:3 verwendet. Hierbei wird dann zum Beispiel oft von einem 10er-Format gesprochen, um anzuzeigen welche Höhe der Abzug aufweist; die Breite des Abzugs ergibt sich dann entsprechend dem Seitenverhältnis. Diese Papierformate weichen zwar von den klassischen Papierformaten (Abzügen) ab, der Abzug zeigt jedoch unbeschnitten das komplette Bild. Ein Abzug im 10er-Format mit den Seitenverhältnissen 4:3, ist 10x13,33 cm groß und passt mit den oben beschriebenen Einschränkungen nur bedingt in die üblichen Bilderrahmen.

Pixelanzahl und Auflösung
Bildauflösungen in der Digitalfotografie Name Auflösung Verhältnis Pixel rechnerische Druckgröße (cm²) bei
150 dpi 300 dpi 600 dpi
0,3 MP 640 × 480 4:3 307 200 10 × 8 5 × 4 2 × 2
0,8 MP 1024 × 768 4:3 786 432 17 × 13 8 × 6 4 × 3
1 MP 1152 × 864 4:3 995 328 19 × 14 9 × 7 4 × 3
1,3 MP 1280 × 960 4:3 1 228 800 21 × 16 10 × 8 5 × 4
2 MP 1600 × 1200 4:3 1 920 000 27 × 20 13 × 10 6 × 5
2,1 MP 1720 × 1280 4:3 2 201 600 29 × 21 14 × 10 7 × 5
3 MP 1984 × 1488 4:3 2 952 192 33 × 25 16 × 12 8 × 6
3 MP 2016 × 1512 4:3 3 048 192 34 × 25 17 × 12 8 × 6
3,3 MP 2048 × 1536 4:3 3 145 728 34 × 26 17 × 13 8 × 6
3,3 MP 2080 × 1560 4:3 3 244 800 35 × 26 17 × 13 8 × 6
4 MP 2272 × 1704 4:3 3 871 488 38 × 28 19 × 14 9 × 7
4 MP 2304 × 1728 4:3 3 981 312 39 × 29 19 × 14 9 × 7
5 MP 2560 × 1920 4:3 4 915 200 43 × 32 21 × 16 10 × 8
5 MP 2576 × 1932 4:3 4 976 832 43 × 32 21 × 16 10 × 8
5 MP 2592 × 1944 4:3 5 038 848 43 × 32 21 × 16 10 × 8
5,6 MP 2720 × 2040 4:3 5 548 800 46 × 34 23 × 17 11 × 8
6,1 MP 2848 × 2136 4:3 6 083 328 48 × 36 24 × 18 12 × 9
6,3 MP 2880 × 2160 4:3 6 220 800 48 × 36 24 × 18 12 × 9
7,1 MP 3072 × 2304 4:3 7 077 888 52 × 39 26 × 19 13 × 9
8 MP 3264 × 2448 4:3 7 990 272 55 × 41 27 × 20 13 × 10
9 MP 3488 × 2616 4:3 9 124 608 59 × 44 29 × 22 14 × 11
12 MP 4048 × 3040 4:3 12 305 920 68 × 51 34 × 25 17 × 12
22 MP 5344 × 4008 4:3 21 418 752 90 × 67 45 × 34 23 × 17
0,9 MP 1134 × 756 3:2 857 304 19 × 12 9 × 6 4 × 3
1,4 MP 1440 × 960 3:2 1 382 400 24 × 16 12 × 8 6 × 4
1,5 MP 1504 × 1000 3:2 1 504 000 25 × 16 12 × 8 6 × 4
1,6 MP 1536 × 1024 3:2 1 572 864 26 × 17 13 × 8 6 × 4
2 MP 1752 × 1168 3:2 2 046 336 29 × 19 14 × 9 7 × 4
2,8 MP 2032 × 1352 3:2 2 747 264 34 × 22 17 × 11 8 × 5
2,8 MP 2048 × 1360 3:2 2 785 280 34 × 23 17 × 11 8 × 5
3,3 MP 2240 × 1448 3:2 3 243 520 37 × 24 18 × 12 9 × 6
3,5 MP 2268 × 1512 3:2 3 429 216 38 × 25 19 × 12 9 × 6
3,5 MP 2304 × 1536 3:2 3 538 944 39 × 26 19 × 13 9 × 6
3,8 MP 2400 × 1600 3:2 3 840 000 40 × 27 20 × 13 10 × 6
4,3 MP 2544 × 1696 3:2 4 314 624 43 × 28 21 × 14 10 × 7
4,5 MP 2592 × 1728 3:2 4 478 976 43 × 29 21 × 14 10 × 7
6 MP 3008 × 2000 3:2 6 016 000 50 × 33 25 × 16 12 × 8
6 MP 3008 × 2008 3:2 6 040 064 50 × 34 25 × 17 12 × 8
6,1 MP 3024 × 2016 3:2 6 096 384 51 × 34 25 × 17 12 × 8
6,3 MP 3072 × 2048 3:2 6 291 456 52 × 34 26 × 17 13 × 8
6,5 MP 3104 × 2072 3:2 6 431 488 52 × 35 26 × 17 13 × 8
7,1 MP 3264 × 2176 3:2 7 102 464 55 × 36 27 × 18 13 × 9
8,2 MP 3504 × 2336 3:2 8 185 344 59 × 39 29 × 19 14 × 9
12 MP 4256 × 2848 3:2 12 121 088 72 × 48 36 × 24 18 × 12
12,8 MP 4368 × 2912 3:2 12 719 616 74 × 49 37 × 24 18 × 12
14 MP 4536 × 3024 3:2 13 716 864 76 × 51 38 × 25 19 × 12
16,7 MP 4992 × 3328 3:2 16 613 376 84 × 56 42 × 28 21 × 14
8,6 MP 3840 × 2160 16:9 8 294 400 65 × 37 32 × 18 16 × 9
10 MP 4224 × 2376 16:9 10 036 224 72 × 40 36 × 20 18 × 12
85 MP 9216 × 9216 1:1 84 934 656 156 × 156 78 × 78 39 × 39

Als Bildauflösung bezeichnet man die Anzahl der Bildpunkte, Pixel genannt, in Breite und Höhe eines digitalen Bildes; bei 1600 × 1200 Pixeln ergibt sich also beispielsweise eine Auflösung von 1,92 Megapixeln.

Die Herstellerangaben zur Pixelanzahl müssen kritisch interpretiert werden, da sie nicht die tatsächlich vorhandene Anzahl an Farbpixeln wiedergeben. Bei dem weit verbreiteten Bayer-Sensor ist dies die Anzahl der einfarbigen Pixel, für den Foveon-X3-Sensor die Anzahl der lichtempfindlichen Elemente multipliziert um den Faktor drei.

Daher ist es nicht möglich, die Pixelanzahl der verschiedenen Sensortypen direkt miteinander zu vergleichen; nach Schätzungen liefert ein Bayer-Sensor mit sechs Megapixeln etwa dieselbe Auflösung wie ein Foveon-X3-Sensor mit 10 Megapixeln. Einen weiteren proprietären Sensor verwendet Fujifilm, siehe Super-CCD-Sensor.

Die Auflösung digitaler Bilder ist nur eingeschränkt mit der Auflösung eines Filmnegativs oder Prints zu vergleichen, da sie u. a. vom Betrachtungsabstand und der Art der Darstellung (Bildschirm, Print) abhängig ist.

Auf normales Fotopapier ausbelichtete Digitalfotos erreichen mittlerweile annähernd die Qualität von konventionellen Papierabzügen – hier entscheidet vielmehr die verwendete Kamera, das Objektiv sowie eine Reihe weiterer Faktoren über die technische Bildqualität.

Die Pixelanzahl gibt auch nur näherungsweise die Auflösung feiner Strukturen wieder. Bei der Digitalisierung gilt das Nyquist-Shannon-Abtasttheorem. Danach darf die maximale im Bild auftretende Frequenz maximal halb so groß sein, wie die Abtastfrequenz, weil es sonst zu unerwünschten Bildverfälschungen, zum Beispiel zu Moiréerscheinungen, kommt und das Originalsignal nicht wieder hergestellt werden kann.

Eine weitere Einschränkung der Vergleichbarkeit konventioneller und digitaler Aufnahmen ergibt sich aus der Tatsache, dass es sich beim Filmkorn - technisch betrachtet - um ein stochastisches, also ein völlig zufälliges und unregelmäßiges Rauschen handelt, das bei technisch gleicher Auflösung meist weitaus weniger störend wirkt als das strikt regelmäßige Pixelmuster digitaler Aufnahmen. Visuell wirken somit "analoge" Bilder mit sichtbarem Korn - bei gleichem Informationsgehalt - bedeutend erträglicher.
f_{abtast} > 2 \cdot f_{max}

In der Praxis bedeutet das, dass man vor der Digitalisierung die maximale Frequenz kennen oder herausfinden muss und dann das Signal zwecks Digitalisierung mit mehr als der doppelten Frequenz abgetastet werden muss. Bei der Digitalfotografie kann man, um die Moireerscheinungen von vornherein zu vermeiden, die Optik leicht unscharf stellen. Das entspricht einem Tiefpass. Wenn die Pixelzahl des Sensors erhöht wird, muss die Optik neu angepasst werden, weil sonst die erhöhte Pixelzahl nicht ausgenutzt werden kann.

Beim Scannen gerasterter Bilder muss man die Auflösung ebenfalls so groß wählen, dass die feinsten Strukturen des Rasters dargestellt werden können. Anschließend kann man entrastern (dazu gibt es unterschiedliche Funktionen) und dann die Auflösung herabsetzen.

Dateiformat

Bei der Digitalfotografie entstehen in jedem Fall Daten, die i. d. R. elektromagnetisch oder optisch gespeichert werden; dies geschieht meist in einem standardisierten Grafikformat , aktuelle Digitalkameras verwenden neben dem Rohdatenformat vor allem TIFF und JPEG, bei den Hybridverfahren wie der Kodak Photo CD entstehen ImagePacs, beim Scannen hat man eine weitgehend freie Auswahl über das Speicherformat.

Das TIF-Format kann verlustfrei komprimieren, und ist dabei vergleichsweise speicherintensiv; JPEG ist dagegen verlustbehaftet, kann aber sehr speicherökonomisch sein. JPEG2000 beherrscht mittlerweile die verlustlose Komprimierung und einen größeren Farbraum, wird aber noch nicht von vielen Produkten unterstützt. Der Fotograf muss also bereits vor dem Fotografieren eine Entscheidung über den Kompressionsgrad und damit über den möglichen Detailreichtum etc. fällen. Eine vergleichbare Vorabentscheidung trifft der analog Fotografierende nur mit der Auswahl des Filmmaterials und der Filmempfindlichkeit, er erhält aber in jedem Fall ein optimales Unikat – Kompressionsartefakte gibt es in der analogen Fotografie nicht.

Das Dateiformat sollte außerdem mit Bedacht gewählt werden; die ersten Digitalkameras aus den 90er Jahren speicherten beispielsweise in proprietären Dateiformaten, die bereits heute nicht mehr gelesen werden können.

Eine Möglichkeit diese Probleme zu umgehen besteht in der Umwandlung in ein offenes Dateiformat, beispielsweise PNG.

Meta-Informationen

Zu den Vorteilen der digitalen Bildspeicherung gehört die Möglichkeit, umfangreiche Meta-Informationen in der Datei zu speichern; diese Zusatzfunktion ist im Exchangeable Image File Format (Exif) standardisiert, das es jedoch inzwischen in mehreren Varianten gibt.

Bereits das Hybridsystem APS verfügte über noch vergleichsweise eingeschränkte Möglichkeiten der Speicherung von Meta-Informationen, und auch bei Kleinbildkameras ist das Einbelichten von Zeit- und Datumsangaben sowie der Bildnummer auf den Filmstreifen möglich, wenn die Kamera über eine entsprechende Funktion verfügt. Die analogen Kleinbild-Spiegelreflexkameras Minolta Dynax 9xi und Minolta Dynax 9 verfügen über eine Möglichkeit, zahlreiche Aufnahmeparameter zu speichern und in eine Textdatei ausgeben zu können; allerdings ist der Grad der Integration sowie insbesondere die Zuordnung des jeweiligen Datensatzes zu einem bestimmten Bild eines bestimmten Filmes nicht unproblematisch.

Bei den in die digitale Bilddatei eingebetteten Exif-Daten ist zu beachten, dass einige unzureichende Programme diese Daten bei einer Bildbearbeitung nicht erhalten; dies betrifft z.B. ältere Versionen der Bildbearbeitungssoftware Adobe Photoshop. Natürlich muss man für korrekte Exif-Daten auch daran denken, bei einem Wechsel der Zeitzone die kamerainterne Uhr umzustellen, sonst erhält man unbrauchbare Zeit- und ggf. auch Datumsangaben.

Digitale Aufnahmepraxis

Die digitale Aufnahmepraxis weist gegenüber der konventionellen Fotografie einige Besonderheiten auf.

Bildgestaltung

Als Beispiel sei hier die Veränderung der Schärfentiefe erwähnt, die sich aus dem Formatfaktor ergibt (oft fälschlich Brennweitenverlängerung genannt: Die Brennweite eines Objektivs ändert sich jedoch nicht, nur dessen genutzter Bildwinkel durch das veränderte Aufnahmeformat); Objektive, die in der Kleinbildfotografie als Weitwinkel gelten, treten bei den meisten Digitalkameras als Normalobjektiv auf. Da sich die optischen Gesetzmäßigkeiten nicht verändern, nimmt die effektive Schärfentiefe (genauer: der Schärfebereich) des Bildes zu. Mit Digitalkameras ist es daher schwerer als in der Kleinbildfotografie, einen in Unschärfe zerfließenden Bildhintergrund zu erzielen, wie er beispielsweise in der Porträt- und Aktfotografie zur Hervorhebung häufig erwünscht ist. Einige moderne Spiegelreflex-Digitalkameras verfügen bereits über einen vollformatigen Sensor (24x36mm). Diese Kameras verhalten sich genauso wie analoge Kleinbild-Spiegelreflexkameras.

Spezialfunktionen

Viele Digitalkameras bieten dreh- oder schwenkbare Displays, mit denen einige Aufnahmetechniken komfortabler als mit herkömmlichen Kameras machbar sind. Hierzu gehören beispielsweise Aufnahmestandpunkte in Bodennähe, wie sie häufig in der Makrofotografie benötigt werden oder Aufnahmen "über Kopf", um über eine Menschenmenge hinweg zu fotografieren.

Aktuelle Digitalkameras (Stand: 2004) bieten fast ausnahmslos die Möglichkeit der Aufzeichnung kurzer Videoclips von etwa einer Minute im Format QQVGA oder QVGA, teilweise auch mit Ton. Tendenziell ist eine Entwicklung der digitalen Fototechnik zu beobachten, immer weiter mit der Videotechnik zu konvergieren; in Spitzenmodellen ist die Länge der Videoclips nur noch durch die Kapazität des Speichermediums begrenzt; die Bildauflösung liegt dabei im Bereich der Qualität von VHS oder bereits deutlich darüber (VGA, 640 × 480 bzw. PAL, 720 × 576).

Elektronische Bildbearbeitung

Neben der automatisch durch die Kamera durchgeführte Bildverarbeitung eröffnet die Digitalfotografie zahlreiche Möglichkeiten der Bildmanipulation und -optimierung durch die elektronische Bildbearbeitung, die über konventionelle Bildretusche und Ausschnittsvergrößerung weit hinausgehen.

Beispielsweise können aus einer Folge von Einzelbildern komfortabel Panoramafotos montiert, Bildhintergründe ausgetauscht oder Personen aus Bildern entfernt oder hineinkopiert werden.

Speicherung und Archivierung

Als Vorteile gegenüber der chemischen Fotografie wird häufig die entfallende Filmentwicklung sowie die einfache, günstige und platzsparende Archivierbarkeit angeführt. All dies erfordert jedoch entsprechende technische Mittel (Computer, Software, CD- oder DVD-Recorder etc.), technische Fähigkeiten und letztlich doch enormen Platz ...und viel Zeit vor dem Computer.

Tatsächlich ist die Verfügbarkeit digitaler Bilder aufgrund der Weiterentwicklung von Speichermedien und Formaten äußerst ungewiss. Unter Umständen müssen die sämtliche Dateien nach einigen Jahren in neue Formate umgewandelt werden; die Haltbarkeit selbstgebrannter CD-Rs liegt, je nach Qualität des Mediums und des Brenners, zwischen einem und schätzungsweise hundert Jahren. In der analogen Fotografie weisen unter günstigen Bedingungen gelagerte Kodachrome-Dias auch nach 80 Jahren nur geringe Alterungserscheinungen auf; in der Digitalfotografie wird ein erheblicher Umkopier- und Konvertierungsaufwand betrieben werden müssen, um eine vergleichbare Langzeitarchivierbarkeit zu erreichen.

Speichermedien zum Fotografieren

Als Speichermedien werden in der Digitalfotografie hauptsächlich Speicherkarten verwendet. Folgende sind hier gebräuchlich:

* Memory Stick (MS)
* Compact-Flash (CF) Karten,
* Smart Media Karten (SM),
* Secure Digital Memory Card (SD),
* Microdrive (MD),
* PC Card (PCMCIA/ATA),
* xD-Picture Card (xD).

In der Anfangszeit der Digitalfotogafie wurden auch Disketten und spezielle CD-RW-Medien verwendet.

Compact-Flash-Karten bieten derzeit das beste Preis-Leistungsverhältnis, sind recht robust, gleichzeitig aber auch das sperrigste noch verbreitete Speichermedium, nachdem die PC Card kaum noch in Digitalkameras genutzt wird.

Diese Speichermedien bilden das Äquivalent zum fotografischen Film, sie sind jedoch wiederbeschreibbar. Auf einer Speicherkarte von 1 GByte Kapazität lassen sich etwa 100 bis 150 Fotos speichern, die analogen Kleinbildfotos qualitativ ebenbürtig oder überlegen sind (Digitale Spiegelreflexkamera, 8 Megapixel, Rohdatenformat). Für größere Mengen an Fotos (Bildberichterstattung und Reisefotografie) bieten sich preisgünstige und vergleichsweise leicht transportable „Image Tanks“ (2006: ca. 200,- EUR für 80 GByte, also etwa 8000 bis 12000 Fotos, ca. 220 bis ca. 330 Filme) an, die bereits in der einmaligen Benutzung günstiger als Filmmaterial sind, jedoch nahezu unbegrenzt wiederverwendet werden können. Eine weitere Möglichkeit für den Bildberichterstatter ist es, unterwegs ein (meistens ohnehin mitgeführtes) Notebook zu verwenden, mit dem alle Vorteile der digitalen Fotografie ausgespielt werden können: Fotos können ohne Verzögerung sofort begutachtet, sortiert, nachbearbeitet und direkt per Mobiltelefon oder WLAN in die Heimat versandt werden.

Problematisch ist die Digitalfotografie bisher unter extremen klimatischen Bedingungen, wie hohe Luftfeuchtigkeit, extrem niedrige oder hohe Temperaturen. Hier werden wegen ihrer Zuverlässigkeit und insbesondere wegen geringeren Ansprüchen an die Stromversorgung häufig noch vollmechanische filmbasierte Spiegelreflexkameras eingesetzt.

Vergleich mit analoger Fotografie

Vorteile

* Bei digitalen Kompaktkameras kann man mit dem LCD-Bildschirm den Bildausschnitt gut kontrollieren. Hier entspricht die Funktion insofern derjenigen einer Spiegelreflexkamera, als sie das Problem der Parallaxe umgeht, d. h. man sieht bei den meisten Kameramodellen recht genau den Bildausschnitt, der auch fotografisch festgehalten wird. Schwenk- und Drehmonitore vereinfachen die Kontrolle ausgefallener Aufnahmeperspektiven z. B. aus der Froschperspektive oder über Kopf. Allerdings sind die Vorschaubildschirme in heller Umgebung meist schlecht ablesbar, das Arbeiten mit dem Sucher ist in solchen Fällen vorzuziehen.

* Man kann das Foto gleich nach der Aufnahme zumindest auf grobe Fehler hin kontrollieren und gegebenenfalls noch eine weitere Aufnahme machen. Eine misslungene Aufnahme kann noch in der Kamera gelöscht werden.

* Wegen der gegenüber Spiegelreflexkameras vergleichsweise schlechten Auflösung kann bei vielen elektronischen Suchern und Monitoren das Bild vor oder nach der Aufnahme vergrößert werden (Softwarelupe), um die Bildschärfe, zum Beispiel bei manueller Fokussierung, besser beurteilen zu können.

* Der Weg zur Webpublikation von Aufnahmen ist kürzer, weil das Einscannen von Dias oder Papierbildern entfällt. Ist keine anderweitige Verwendung der Aufnahme geplant, kann man eine verhältnismäßig niedrige Bildauflösung einstellen und die Aufnahme ohne weitere Nachbearbeitung direkt verwenden.

* Zugang zu elektronischen Medien vorausgesetzt, sind Austausch und Verbreitung von Fotos schnell und einfach möglich.

* Ein Filmwechsel für unterschiedliche Lichtverhältnisse ist nicht mehr notwendig. Digitalkameras lassen sich einfach an die vorhandene Lichtmenge anpassen; ähnlich wie bei der Fotografie auf Film nimmt die Bildqualität bei erhöhter Empfindlichkeit ab.

* Ein großer Vorteil der Digitalfotografie ist die Möglichkeit, über den Weißabgleich die Farbtemperatur anzugleichen. Dieser kann manuell oder automatisch vorgenommen werden. Nur wenige, sehr einfache Kameras bieten keine manuelle Steuerung. Dadurch können Bilder sowohl bei Tageslicht als auch bei Kunstlicht farbneutral dargestellt werden. In der herkömmlichen Fotografie sind dafür geeignete Farbfilter oder spezielles Filmmaterial nötig.

* Den Besitz eines Computers und entsprechender Bildbearbeitungs- und -archivierungssoftware vorausgesetzt, kann man digitale Fotos nachbearbeiten und archivieren.

* Es treten jenseits von Verschleiß und Stromverbrauch keine Kosten für missglückte Bilder auf.

* Durch die Möglichkeit, kostengünstig zu üben, können Anfänger einen schnellen Lerneffekt erzielen.

* Mit Digitalkameras ist in der Regel ein längeres, ununterbrochenes Fotografieren möglich, da es nicht wie in der analogen Fotografie nach meist höchstens 36 Bildern nötig ist, den Film zu wechseln. Bei Digitalkameras können – abhängig vom verwendeten Speicher und dem Bildformat – meist mehrere hundert Bilder in Folge aufgenommen werden, bevor eine Unterbrechung zum Wechseln des Speichermediums oder der Batterien nötig ist. Dies macht sich beispielsweise bei der Unterwasserfotografie bemerkbar, wo man bei der analogen Fotografie pro Tauchgang nur maximal 36 Bilder schiessen konnte, da man zum Filmwechsel auftauchen müsste.

* Da die meisten Digitalkameras im Vergleich zum Kleinbildformat kleinere Sensoren verwenden, bieten sie eine wesentlich höhere Schärfentiefe, was Schnappschüsse und Makrofotografie vereinfacht.

* Durch die Motivsuche über den Bildsensor werden auch bei einfachen Kameras Makroaufnahmen ermöglicht, da es keine Parallaxe zwischen Sucher und Objektiv gibt. Aus demselben Grund sind große Zoombereiche möglich, da es keine Probleme mit der Übereinstimmung zwischen Sucherbild und Aufnahme gibt.

* Bildstabilisatoren können auch über die Bewegung des Bildsensors realisiert werden, bei entsprechend ausgestatteten Kameras sind keine speziellen Wechselobjektive erforderlich.

* Digitale Kameras bieten häufig die Möglichkeit, einfache Video- und Tonaufnahmen zu machen und wiederzugeben.

* Die meisten digitalen Kameras können direkt an analoge Wiedergabegeräte, wie zum Beispiel Fernseher oder Videoprojektoren, oder aber auch an PictBridge-kompatible Fotodrucker angeschlossen werden.

* Digitale Spiegelreflexkameras mit entsprechend hochwertiger Optik übertreffen herkömmliche Kleinbildkameras inzwischen in der Abbildungsqualität. Auch können heutige DSLRs bis zu 10 Bilder pro Sekunde bei maximaler Qualität abspeichern. Bei Nutzung des RAW-Formats sind auch nach der Aufnahme weitgehende Bíldmanipulationen möglich.

Nachteile

* Der im Vergleich zu herkömmlichen Kameras hohe Stromverbrauch kann bei älteren Kameras mit zu kleiner Akkukapazität ein Problem sein. Neuere Modelle ermöglichen aber meist einige hundert bis über 1.000 Aufnahmen mit einer Akku-Ladung. Zudem können wiederaufladbare Akkus eingesetzt werden, während herkömmliche Kameras häufig spezielle und teure Batterien benötigen.

* Durch die kleinere Größe des Sensors im Vergleich zum Film ist selbst bei weit geöffneter Blende keine geringere Schärfentiefe erreichbar, weil auch die Brennweite der Objektive kleiner wird. Das kann zum Beispiel bei Porträtfotos störend sein und schränkt typische fotografische Gestaltungsmöglichkeiten stark ein. Abhilfe schaffen digitale Spiegelreflexkameras, welche deutlich größere Sensoren besitzen. Außerdem ist es bei kleinerer Sensorgröße einfacher, hochwertige lichtstarke Objektive zu bauen. Seit 2005 gibt es auch digitale Kompaktkameras mit großen Sensoren. Ferner kann der Effekt auch mit Bildbearbeitungsprogrammen nachgeahmt werden.

* Der Bildsensor ist wärmeempfindlich, das heißt, er produziert bei höheren Temperaturen ein höheres Bildrauschen. Kompaktkameras, bei denen der Sensor auch zur Bildvorschau eingeschaltet bleiben muss, neigen bei längerer Betriebsdauer zu erhöhtem Rauschen. Bei digitalen Spiegelreflexkameras ist die Zunahme des Rauschens durch Eigenerwärmung vernachlässigbar, da der Bildwandler nicht zur Motivsuche verwendet werden kann oder sich wegen der geringen Leistungsaufnahme nicht maßgeblich erwärmt.

* Bildsensoren können durch längerdauernde intensive Lichteinwirkung beschädigt werden [1].

* Kontrastumfang und Farbtiefe sind insbesondere sehr kleinen Sensoren meist geringer als bei herkömmlichem Film. Hochwertige DSLR können den herkömmlichen Film jedoch je nach Aufnahmesituation erreichen und übertreffen.

* Schlechtere Bildauflösung bei Schwarzweiß-Aufnahmen - hochauflösenden Film und hochwertige Objektive vorausgesetzt. Bei der Verwendung von Bayer-Sensoren und optischen Tiefpässen ist die Farbauflösung verhältnismäßig gering (Ausnahme Foveon-X3).

* Bei digitalen Kompaktkameras ist eine teilweise deutliche Auslöseverzögerung festzustellen, die vornehmlich dadurch verursacht wird, dass der Bildsensor auch für den Autofokus ausgewertet wird. Damit sind Aufnahmen von Bewegungsphasen oder spontane Schnappschüsse erschwert.

* Wegen relativ kurzer Produktzyklen hoher Wertverlust der Hardware.

* Umstrittene "Haltbarkeit" digitaler Informationen (Dauerhaftigkeit und langfristige Verfügbarkeit von Speichermedien und entsprechenden Laufwerken, Änderungen bei Dateiformaten). Gerade bei Aufnahmen in proprietären Speicherformaten (sogenannte Rohdaten (RAW) mit der ursprünglichen Bildinformation) ist eine zukünftige Verwendbarkeit dieser Rohdaten derzeit nicht sicher abschätzbar. Ein offener Standard für RAW-Daten existiert zwar (DNG bzw. OpenRAW), wird aber bislang (2007) erst von wenigen Herstellern, Kameramodellen und Bildbearbeitungsprogrammen unterstützt.

* Kompakte Digitalkameras verzichten zugunsten eines möglichst großen Displays zunehmend auf einen optischen Sucher. Dies kann die Bildgestaltung bei sehr hellen Lichtverhältnissen sehr erschweren.

* Die Projektion von Digitalfotos ist in einer dem Dia vergleichbaren Auflösung derzeit (2007) nicht möglich, da digitale Projektoren in der Regel maximal zwei Millionen Bildpunkte darstellen können. Hochauflösende Beamer und Ersatzlampen sind noch sehr teuer.

Artikel Digitalfotografie. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. Mai 2007, 18:56 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Digitalfotografie&oldid=31365690 (Abgerufen: 7. Mai 2007, 09:50 UTC)

 

Gratis-Service ::: Webgrafik :: eMail :: Sitekritik :: Webtools :: SiteSubmission :: Spiele
SoftwareDownload::: Büro :: Computer :: eCommerce :: Grafik :: Internet :: Webdesign :: Verschiedenes :: JavaScript
Tipps & Tricks ::: HTML & Co :: Webdesign :: Suchmaschinen :: Marketing :: Linktausch :: Geldverdienen :: Digital Foto
Links ::: Newsletter ::: Kontakt ::: Homepage
Artikel: A B C D E F G H I,J K L M N O P,Q R S T U V W X,Y,Z

Silberarmbänder - Kreuzfahrten - Aldiana Andalusien
Prepaid Long Distance - Articles - Calling Cards

eXTReMe Tracker