
Other interesting pages - andere interessante Seiten
Lotto
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lotto oder Lotterie (italienisch lotto, französisch lot, Anteil,
Los, Schicksal, auch Glücksspiel, Losspiel) ist
ein Glücksspiel, bei dem der Spieler gegen einen finanziellen Einsatz
auf das Ziehen vorher getippter Zahlen aus einer begrenzten Zahlenmenge
setzt.
Im Lottospielen mit all seinen Glückskugeln und -rädern spiegelt
sich auf allegorische Weise die Auflehnung dagegen wider, daß
der Mensch an das Rad des Ixios (Friedrich Schiller), dem Folterrad
der Arbeit, schicksalshaft und unentrinnbar geflochten ist.
In vielen Ländern wie Deutschland oder Österreich existiert
ein so genanntes Lotteriemonopol.
Konzepte
Unterschieden wird dabei zwischen zwei Konzepten. Bei aktiven Lotterien
wählt der Spieler eine begrenzte Anzahl Zahlen aus einer endlichen
Zahlenreihe. Das bekannteste Beispiel in Deutschland ist dafür
das Spiel 6 aus 49. Die Ziehung findet wöchentlich
mittwochs und samstags statt und wird samstags in der ARD um 19:50 Uhr
sowie mittwochs um 18:50 Uhr im ZDF übertragen und wird traditionell
von einer Frau, der so genannten "Lottofee" moderiert. Die
"Lottofee" steht dabei samstags in einem Frankfurter Wolkenkratzer
mit Blick über die Stadt Frankfurt. Beim Spiel werden sechs Zahlen
aus einer von eins bis neunundvierzig bestehenden Zahlenreihe auf einem
Tippschein angekreuzt. Bei der späteren Ziehung werden sechs Gewinnzahlen
ermittelt; die Gewinnstufe ergibt sich aus der Anzahl der korrekt vorhergesagten
Zahlen die so genannten Treffer. Die Höhe des
auszuzahlenden Geldbetrags für jede Gewinnstufe wird meist durch
ein Quotenschema berechnet: Auf jede Gewinnstufe entfällt ein bestimmter
Anteil des für die Ziehung eingezahlten Gesamteinsatzes.
Die zweite Variante ist die passive Lotterie (Beispiel: Die spanische
Weihnachtslotterie). Durch den Kauf eines Loses mit aufgedruckter mehrstelliger
Losnummer erhält der Spieler seine Teilnahmeberechtigung an der
Wette. Es müssen also keine Zahlen aktiv angekreuzt werden. In
der Ziehung werden dann eine oder mehrere Gewinnzahlen oder Gewinn-Endziffern
ermittelt. Die unterschiedlichen Gewinnstufen legen die Höhe der
Auszahlung meist im Voraus fest.
In der Praxis kommen Abwandlungen und Mischformen der beiden Konzepte
vor.
Geschichte des Lottospiels
Der Philosoph Samuel von Pufendorf (16321694) definierte den
Begriff Lotto
als ein Mittel, das die Erzielung eines Gewinnes verspricht, indem
jemand aus einem Gefäß, darinnen eine Anzahl beschriebener
und unbeschriebener Zettel ist, für Geld einen oder mehrere Zettel
herauszuziehen darf, und dasjenige, was auf dem Zettel beschrieben,
für sich bekommt. Er verglich die Lotterie mit einer Kollekte
da man mit Manier von den Leuten das Geld bekommet, welches sie
sonst entweder gar nicht, oder wenn man ihnen eins auferlegt, nur mit
Murren und Ungedult gegeben hätten. Er sah aber auch die
Nachteile, die mit diesen Praktiken verbunden sein können. Aus
reiner Gewinnsucht veranstaltete Lotterien lehnte er ab.
Der Autor des Artikels Lotterie
in Johann Heinrich Zedlers Grosses vollständiges Universal-Lexicon
Aller Wissenschafften und Künste befasste sich mit der Frage, inwiefern
Gottes Vorsehung die Austeilung des Lotterien-Glücks
zu beeinflussen vermag und gelangte zur Erkenntnis, dass der Schöpfer
wie im wirklichen Leben, indem er dem einen ein gutes, dem anderen ein
mittelmäßiges, dem dritten aber ein schlechtes Los zuweist,
auch bei der Lotterie die Hand im Spiel hat. Er vermutete, dass
Gott entweder die Hände derjenigen, welche die Zettel vor
der Ziehung der Lotterie mischen, oder aber die Hände derjenigen,
die solche hernach ziehen, dergestalt regiere, dass sie nothwendig so
und nicht anders mengen und greifen können.
Als praktisches Mittel zur Geldbeschaffung entdeckt wurde das Lotto
von den Genuesen im 15. Jahrhundert. Ursprünglich diente das Los
dazu, um jährlich die Ratsmitglieder neu zu bestimmen. Die Genueser
schrieben zu diesem Zweck neunzig Namen auf Zettel und zogen verdeckt
fünf aus diesen neunzig. Aus der Bestimmung des neuen Stadtrates
entwickelte sich ein reger Wettbetrieb, aus dem sich später das
Lotto entwickelte, in dem die Namen durch Zahlen ersetzt wurden, das
erste 5 aus 90. Als erster, der dieses Zahlenlotto privat
als reines Glückspiel anbot, ist der Genuese Benedetto Gentile
überliefert. Schon damals fanden sich viele begeisterte Lottospieler
und sorgten für hohe Umsätze. Da dieses einfache Geschäftsprinzip
große Gewinne für den Veranstalter einbrachte, ging das Recht
Lotterien zu veranstalten auf die jeweiligen Herrscher oder Regierungen
über. An den Königs- und Fürstenhöfen war es eine
schöne Einnahmequelle. Auch heute noch ist diese Regelung weltweit
üblich. An private Betreiber werden höchstens Konzessionen
für Lotterien vergeben.
Der Losverkauf für die erste in England durchgeführte Lotterie
begann am 11. Januar 1569 bei der Westtür der Saint Paul's Cathedral
in London. Der Erlös sollte dazu dienen, Geld für öffentliche
Aufträge wie etwa den Hafenausbau oder Brückenbauten zu mobilisieren.
Eine der ersten großen Lotterien auf deutschem Boden wurde 1614
in Hamburg ausgespielt. Ein Zeitgenosse schildert den Ablauf:
Es waren zwey grosse Körbe gesetzt, aus welchen die Zettel
der Namen und der Gewinne durch einen Waysen=Knaben ausgegriffen und
denn von den beysitzenden Herren und Bürgern durch den darbey gebrauchten
beeydigten Notarium verzeichnet worden. Auf dem Korbe, darinnen die
Namen lagen, stunden diese Verse:
Wer im Bein=Hause erkennen kann /
Einen Armen für einen reichen Mann /
Der kann in dieses Korbes Ort hie Heinzen treffen, Cunzen dort.
Auf dem darinnen die Gewinn=Zettel lagen, hieß es:
In diesem Korbe die Gewinnen seyn /
Für Große, Mittel und auch Klein /
Niemand kann sagen an dieser Sydt /
Liegen die Gewinn und da die Nydt.
Eines besonders großen Zustromes erfreute sich eine Lotterie,
die 1694 in England abgehalten wurde. Die Idee zu deren Ausrichtung
wurde aus der Not heraus geboren, denn als der König eine
gute Summe baren Geldes eilfertig bedurfte und das Parlament den ganzen
Jenner damit zubrachte (zu überlegen), wo solches herzunehmen,
gab einer den Vorschlag, eine Lotterie von einer Million Pfund Sterling
anzurichten. Und tatsächlich, der gewünschte Erfolg
ließ nicht lange auf sich warten. Innerhalb von nicht einmal einem
halben Jahr wurde die gewünschte Summe aufgebracht und sogar noch
weit übertroffen.
Auch in Holland, namentlich in Amsterdam, Utrecht und Amersfort wurden
Lotterien und Glückstöpfe veranstaltet. Für die Lotterie
in Amersfort sollen nicht weniger als 16.000 Lose ausgegeben worden
sein, jedes mit einem Wert von 25 Gulden. Die Ziehung, die am 25. Februar
1695 begann, währte über vier Wochen. Der höchste Preis
soll 75.000 Gulden betragen haben. Der Stadt selbst verblieb ein Profit
von immerhin 30.000 Gulden, welches so vermeint Zedler
zwar ein geringes war, doch trug die gute Nahrung von dem ganz
ungemeinen Zulauf der Fremden, da alle Häuser bis unter die Dächer
voll gestecket, ein weit größeres ein. Weitere Lotterien
folgten, und zwar in einer solchen Menge, dass man den Eindruck gewann,
es in diesem volksreichen Land keine 1000 Personen waren, die nicht
ihr Glück im Lotteriespiel versuchten (Zedler). Da viele Lotterien
ohne Erlaubnis des Staates gehalten wurden und zahlreiche Missbräuche
vorkamen (manche Lotterien enthielten fast nur Nieten), wurden sie in
Holland schließlich verboten. Dies tat dem Glücksspiel allerdings
keinen Abbruch, denn man spielte eben in Frankreich weiter. Dort wurde
im Mai des Jahres 1700 zur Bezahlung der königlichen Schulden eine
Lotterie von 10 Millionen französischen Pfund , bestehend aus viermal
hunderttausend Losen, jedes zu 2 Louisdor, ausgerichtet. Zumindest dieser
Lotterie war nicht der gewünschte Erfolg beschieden, obgleich
ein jedes Collegium eine gewisse Zahl zu nehmen gezwungen worden.
In Österreich wurde unter der Regierung der Kaiserin Maria Theresia
im Jahre 1751 eine Lotterie mit 90 Nummern mit der amtlichen Bezeichnung
Lotto di Genova eingeführt und versteigert. Anfänglich
fehlte es gänzlich an Bewerbern und es dauerte ein volles Jahr,
bis schließlich Graf Cataldi das Privileg erwarb. Da das Geschäft
aber nur sehr schleppend lief, ließ sich Cataldi nach Beendigung
der zehnjährigen Pachtfrist nur unter der Bedingung auf eine Verlängerung
ein, dass den Untertanen das Spielen in ausländischen Lotterien
bei Androhung von Geld- und Leibesstrafe verboten werde. Die Ursachen
für diese Startschwierigkeiten lagen wohl darin, dass es beim Adel
und in der Armee vielfach noch als unehrenhaft galt, im Lotto zu spielen,
die arbeitende Bevölkerung wiederum hatte bei den damaligen kargen
Lohnverhältnissen nichts zu verspielen.
1773 stieg das große Bankhaus Barara & Comp. in das Lottogeschäft
ein und erwirtschaftete schon nach kurzer Zeit bedeutende Gewinne, die
sofort in neue Filialen investiert wurden. Indem gezielte Gerüchte
von märchenhaften Gewinnen ausgestreut wurden, wurde das einfache
Volk immer mehr für dieses Art des Glücksspieles vereinnahmt.
Die Sucht nach Geld und Reichtum war unermesslich, gleichzeitig aber
stieg auch der Aberglaube. Die Lottopropheten nehmen so schrieb
damals eine renommierte österreichische Zeitung zur Sterndeuterei,
zur Totenbeschwörung, zum Schwindel und Betrug Zuflucht, um das
Volk seiner sauer erworbenen Pfennige zu entäußern. Bekannt
ist ein 1774 verteiltes Flugblatt mit der Überschrift Fürtreffliche,
geheimnisvolle Rechenpraktiken zur Auffindung von Nummern der Lottokunst
nebst Vormerk- und Anweisung zur glorreichen Entdeckung der Glückswurzel,
welches auf der Wiener Messe reißenden Absatz fand. Das Lottospiel
wurde zum sittlichen Contagium, welches soziale Erscheinungen seltsamster
Art hervorrief. Ein kritischer Beobachter des Lottos schrieb noch im
ausgehenden 19. Jahrhundert: Galgenholz war ein gesuchter Artikel
und um den Strick eines Gehenkten erhob sich ein erbitterter Streit,
denn so glaubte die einfältige Bevölkerung unter
den Kopfpolster gelegt, könnten derartige Requisiten die Glücksnummern
in das Gehirn des hoffenden Schläfers zaubern. Kein Wunder,
dass das Geschäft mit dem Lotto immer mehr zu blühen begann.
Die Kehrseite der Medaille war aber, dass auch der Pachtzins für
die Konzession immer höher stieg. 1778 betrug er bereits zwölftausend
Gulden, welche Summe an das Universal-Kammerzahlamt abgeführt und
zumindest zum Teil an die Kassen der Armen-, Waisen- und Korrektionshäuser,
verteilt wurde. Kaiser Joseph II. hat sich mit dem Gedanken getragen,
das Lottospiel gänzlich aufzuheben. Da die finanziellen Gegenargumente
dies jedoch nicht erlaubten, beschränkte er sich schließlich
darauf, die Spielwut und den damit verbundenen Aberglauben einzudämmen.
Kaiser Leopold II. hingegen war dem Lotto alles andere als abhold, er
und sein Hofstaat sollen eine der besten Kundschaften des Generalpächters
gewesen sein. Unter Kaiser Franz II. ging die Lotterie in die Verwaltung
des Staates über und bildete fortan einen Zweig des Finanzministeriums,
der enorme Gewinne abwarf. Dennoch kämpften die Gegner des Glücksspieles
noch Jahrzehnte später gegen den Fortbestand des kleinen Lottos
an, denn so lautete einer ihrer Begründungen die
Capitalbildung solle immer nur auf dem Wege der vermehrten Arbeitskraft
fortschreiten, das Lottospiel ist kein geeignetes Mittel, den wirtschaftlichen
Fortschritt zu begünstigen. Überall, wo nicht das Zinserträgnis
des Einkommens, sondern dieses selbst riskiert wird, ist die ökonomische
Einbuße die wahrscheinlichste Folge. Selbst Gewinnste, und wären
sie noch so beträchtlich, gleichen dieselbe nicht aus, weil ein
nicht durch Arbeit erworbenes Vermögen des moralischen Werthes
entbehrt und überall dort, wo es nicht einem festen, soliden Unternehmen
einverleibt wird, eben so leicht zerrinnt, wie es gewonnen wurde.
In Deutschland ist die staatliche Lotterie 6 aus 49 durch
ihre öffentliche Auslosung im Fernsehen sehr beliebt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb Westberlin am 16. August 1945 eine
erste Stadtlotterie zur Förderung des Wiederaufbaus aus, die 350.000
Reichsmark einbrachte. In sämtlichen Besatzungszonen wurden darauf
Lottosysteme vorbereitet. Ebenfalls noch 1945 begann in der sowjetischen
Besatzungszone die sächsische Landeslotterie. Am 11. Januar 1953
führte Berlin das Lotto mit der Spielformel 5 aus 90
ein. Später gründeten am 30. Juni 1955 die Länder Hamburg,
Schleswig-Holstein, Bayern und Nordrhein-Westfalen das Lottounternehmen
Deutscher Lottoblock. Das war möglicherweise auch eine Reaktion
auf die Einführung landesweiter Zahlenlotto-Spielangebote in der
Deutschen Demokratischen Republik ab Januar 1954 und rechtlich durch
Verordnung vom 4. März 1954. Zuständig war in der DDR der
VEB Zahlenlotto mit Sitz in Leipzig unter Aufsicht des Ministeriums
für Finanzen. Rund 60 % der eingezahlten Spieleinsätze sollten
zur Gewinnausschüttung kommen und 10 % waren als Lotteriesteuer
abzuführen gewesen. Die erste gemeinsame Ziehung von Lottozahlen
in der Bundesrepublik Deutschland erfolgte öffentlich am Sonntag,
dem 9. Oktober 1955 im Hamburger Hotel Mau mit 6 aus
49. Zwei Waisenmädchen zogen abwechselnd die sechs Zahlen
in der Reihenfolge 13-41-3-23-12-16. Erst einige Monate später
wurde der erste Millionengewinn an den Bauarbeiter Willi Strauch aus
Aachen vergeben. Die anderen Bundesländer folgten sukzessive: Bremen
ab dem 13. Mai 1956, Niedersachsen ab dem 10. Juni 1956, Hessen ab dem
2. September 1956, Rheinland-Pfalz ab dem 2. Dezember 1956, Saarland
ab dem 6. Januar 1957, Baden-Württemberg ab dem 13. April 1958,
Berlin ab dem 4. Oktober 1959. In der DDR bzw. in den neuen Bundesländern
wurden zwischen 1954 und 1992 die Spielarten Sportfesttoto 6 aus 49,
Lotto-Toto 5 aus 45, Zahlenlotto 5 aus 90 (bis 1985) und Tele-Lotto
5 aus 35 (ab 1972) angeboten. Ab 1992 übernahmen die neuen Bundesländer
die Angebote des Deutschen Lottoblocks.
Eine Zusatzzahl verlieh erst am 17. Juni 1956 dem Spiel zusätzliche
Attraktivität. Am 4. September 1965 wurde die Ziehung der Lottozahlen
erstmals live im Fernsehen übertragen. Lotto am Mittwoch folgte
am 28. April 1982 zunächst mit der Spielformel 7 aus 38,
ab dem 19. April 1986 dann mit der Formel 6 aus 49. Damit
sich auch bei den durch die Wiedervereinigung höheren Mitspielerzahlen
öfter ein gut gefüllter Jackpot durch das Nichtbesetzen der
höchsten Gewinnklasse ergibt, konnten sich die Lottospieler am
7. Dezember 1991 über die Superzahl freuen. Diese Zahl ist die
letzte Ziffer der Losnummer vom Tippschein. Auch die Klassenlotterien
Spiel 77 und Super 6 mit ihren garantierten Gewinnen können durch
die Losnummer mitgespielt werden.
Nachdem Lottospiele fast 50 Jahre lang ausschließlich von staatlichen
Gesellschaften betrieben worden waren, erteilte die letzte DDR-Regierung
1990 mehrere Lotterielizenzen. Die Gültigkeit für einzelne
Bundesländer oder das gesamte Bundesgebiet ist derzeit Gegenstand
mehrerer Gerichtsverfahren. 1994 beantragte die von mehreren gemeinnützigen
Organisationen getragene Stiftung Umwelt und Entwicklung in allen Bundesländern
Lizenzen für eigene Lotterien, die jedoch zunächst abgelehnt
wurden. Nach mehreren Verwaltungsgerichtsprozessen wurde 2003 in Nordrhein-Westfalen
die Lotterie Unsere Welt unter strengen Auflagen genehmigt,
die aber nach 15 Monaten wieder eingestellt wurde.
Bezüglich der Namensgebung hat der Bundesgerichtshof durch Beschluss
vom 19. Januar 2006 [1 ZB 11/04] entschieden, dass Lotto ein Sammelbegriff
für Zahlenglücksspiele ist und deshalb nicht als Wortmarke
geschützt werden kann.
Seit einigen Jahren gibt es auch Internet-Lotterien, diese sind nicht
mit Tippeintragungsdiensten zu verwechseln. Anbieter von Internet-Lotterien
veranstalten eigene Ziehungen, die nichts mit der staatlichen Lotterie
zu tun haben. Gezogen werden je nach Anbieter beispielsweise 7 aus 49,
6 aus 49, 6 aus 32 oder auch 7 aus 50. Manche Anbieter veranstalten
auch parallel mehrere verschiedene Ziehungen mit verschiedenen Preisen.
Die Gewinnchance pro Ziehung ist zwar nicht größer oder vielleicht
sogar kleiner als beim staatlichen Lotto, allerdings sind die meisten
Internet-Lotterien werbefinanziert und damit gebührenfrei. Außerdem
veranstalten die meisten Internet-Lotterien tägliche Ziehungen.
Um teilzunehmen, muss man volljährig sein und sich einmalig anmelden,
man kann sich dann zur Tippabgabe mit der E-Mail-Adresse und/oder einem
Passwort täglich einloggen. In der Regel gibt es für die Tippabgabe
drei Möglichkeiten: 1. Man wählt die Tippzahlen manuell, 2.
Man lässt einen Zufallstipp generieren, 3. Man speichert eine Tippkombination
ab, die man jedoch täglich manuell aufrufen muss. Die Gewinne können
Sach- oder Geldpreise sein. Zusätzlich bieten manche Anbieter wöchentliche
oder monatliche Sonderpreise an. Ein Identitätsnachweis ist für
den Erhalt eines Gewinnes zwingend. Manche Internet-Lotterien bieten
gebührenpflichtige Zusatzangebote an, wie beispielsweise automatische
Tippeintragungen oder weitere Gewinnspiele.
Heutzutage ist alles einfacher:
Lotto online
spielen im Internet - bequem am Bildschirm die Zahlen tippen und
so ganz einfach Lotto online spielen.
Lottosysteme
Es existieren länderspezifisch verschiedene Systeme:
Österreich 6 aus 45
Niederlande 6 aus 45
Deutschland 6 aus 49
Schweiz 6 aus 45
Italien 6 aus 90
Litauen 6 aus 30
Belgien 6 aus 42
Spanien 6 aus 49
Schweden 7 aus 35
Bulgarien 6 aus 49, 6 aus 42 und 5 aus 35
Polen 6 aus 49, 5 aus 42
USA 5 aus 55 + 1 aus 42 (Power Ball)
5 aus 56 + 1 aus 46 (Mega Millions)
6 aus 49 in Deutschland
Es wird Mittwoch und Samstag gezogen. In Deutschland betreibt der Deutsche
Lotto- und Totoblock als Zusammenschluss der Landes-Lotteriegesellschaften
das Lottospiel. Man kann zusätzlich am Spiel Super 6 und Spiel
77 teilnehmen. Zu den 6 Zahlen werden zudem noch eine Zusatzzahl und
eine Superzahl gezogen. Die Zusatzzahl wird aus den restlichen 43 Kugeln
als siebte, nach den ersten 6 Zahlen, gezogen. Sie erhöht bei den
niedrigeren Gewinnklassen den Gewinn um eine Stufe.
Demgegenüber ergibt sich die Superzahl (nur) für den Jackpot
aus den Zahlen 0 bis 9 aus der letzten Ziffer der auf der Spielquittung
bereits eingedruckten Spiel 77- beziehungsweise Super
6-Nummer. Das ist sozusagen ein weiteres Los - allerdings mit
der Auswirkung, dass diese Chance um das Zehnfache niedriger wird.
Gewinnklassen:
Gewinnklasse Erforderlich Verteilung der Gewinnsumme
Klasse 1 6 richtige + Superzahl 10 %
Klasse 2 6 richtige 8 %
Klasse 3 5 richtige + Zusatzzahl 5 %
Klasse 4 5 richtige 13 %
Klasse 5 4 richtige + Zusatzzahl 2 %
Klasse 6 4 richtige 10 %
Klasse 7 3 richtige + Zusatzzahl 8 %
Klasse 8 3 richtige 44 %
Zudem ist ein Jackpot möglich. Dieser kann grundsätzlich
in jeder der 8 Gewinnklassen entstehen, wenn kein Gewinn ermittelt wurde;
allerdings kommt das in Klasse 3 sehr selten und in den Klassen 4-8
praktisch nie vor. Die Gewinnsumme wird dann der gleichen Gewinnklasse
bei der nächsten Ziehung hinzugefügt. Unter dem Jackpot versteht
man die Summe des Übertrags aus der vorigen Ausspielung und der
normalen, erwarteten Gewinnsumme, in der Regel vereinfachend auch nur
den aus der Klasse 1. Eine exakte Bestimmung der Höhe des Jackpot
ist wegen des Totalisatorprinzips erst möglich, wenn die Quoten
feststehen.
Dazu sind einige Besonderheiten zu berücksichtigen. Übersteigt
ein Einzelgewinn in einer niedrigeren Gewinnklasse den einer höheren
Gewinnklasse, so werden die Gewinnsummen zusammengelegt und die Gewinne
gleichmäßig auf die beiden Gewinnklassen verteilt.
Sonderregel: Wird in der Gewinnklasse 2 kein Gewinn ermittelt, jedoch
in der Gewinnklasse 1 mindestens ein Gewinn, so wird die Summe aus der
Gewinnklasse 2 der Gewinnklasse 1 zugeschlagen.
Wird auch nach 14 aufeinanderfolgenden Ziehungen in einer Gewinnklasse
kein Gewinn ermittelt, so wird die Gewinnsumme auf die nächstniedrigere
Gewinnklasse übertragen.
Festgelegt sind diese Regelungen übrigens in jedem Bundesland
in den Teilnahmebedingungen für Lotto.
(Lotto ist in Deutschland Sache der Bundesländer. Gewerbliche
Anbieter spielen oft im Sinne der Tippgemeinschaften bei den Lottogesellschaften,
nehmen dafür jedoch zusätzliche Gebühren.)
6 aus 45 in Österreich
In Österreich wird jeden Mittwoch und Sonntag gezogen. Die erste
Ziehung erfolgte am 7. September 1986.
Beim Lotto in Österreich werden auch 50 % der eingezahlten Summe
wieder ausgeschüttet. Diese verteilen sich wie folgt:
Es gibt folgende Gewinnränge:
Gewinnrang Erforderlich Verteilung der Gewinnsumme
Rang 1 6 richtige 42 %
Rang 2 5 richtige + Zusatzzahl 8 %
Rang 3 5 richtige 9 %
Rang 4 4 richtige 16 %
Rang 5 3 richtige 25 %
Wird in einem Rang kein Gewinn ermittelt, so wird die Gewinnsumme dem
gleichen Rang in der nächsten Runde zugeschlagen (Jackpot).
Geregelt ist dies in den Lotto-Spielbedingungen.
Zahlenlotto 1-90 in Österreich
Das Zahlenlotto 1-90 wurde 1752 unter Maria Theresia eingeführt
und ist somit das älteste konzessionierte Glücksspiel in Österreich.
Ziehungen werden wöchentlich am Dienstag, Donnerstag und Samstag
durchgeführt. Beim Zahlenlotto kann zwischen einer und fünf
Zahlen ausgewählt werden, wodurch unterschiedliche Spielarten und
somit auch unterschiedliche Gewinnhöhen erzielt werden. Wenn man
die richtigen Zahlen errät, so gewinnt man eine fixe Summe; unabhängig
von anderen Spielteilnehmern.
6 aus 90 in Italien
Dieses mit dem deutschen Lotto vergleichbare Spiel heisst SuperEnalotto.
Es wird Dienstag, Donnerstag und Samstag gezogen. In Italien betreibt
die Sisal Spa das Lottospiel. Man kann zusätzlich am Superstar
teilnehmen. Zu den 6 Zahlen und dem Jolly (entspricht der Zusatzzahl)
wird zudem noch ein Superstar gezogen.
EuroMillions in Europa
Im Gegensatz zu den traditionellen, landesspezifischen Lotterien war
EuroMillions, bzw. EuroMillionen, von Anfang an als Mehrländer-Lotto
ausgelegt. Am 13. Februar 2004 fand die erste Ziehung statt, für
die man in Spanien, Frankreich und Großbritannien Tipps abgeben
konnte. Im Laufe des Jahres 2004 kamen dann noch Österreich, Belgien,
Irland, Luxemburg, Portugal und die Schweiz hinzu.
Die Spielformel lautet 5 aus 50 plus 2 aus 9[2] und ein
Tipp kostet 2 Euro. Die Einsätze aus allen Ländern gelangen
in einen gemeinsamen Pool, und es gibt jeden Freitag eine einzige Ziehung
für alle beteiligten Länder. Durch verschiedene Faktoren (die
niedrige Gewinnwahrscheinlichkeit für 7 Richtige, die
große Anzahl Mitspieler, den relativ hohen Einsatz sowie die Art
der Aufteilung auf die Gewinnklassen) entstehen schnell sehr hohe Jackpots:
Garantiert werden als Mindest-Jackpot 10 Millionen Euro (der jedoch
in der Regel schon von Anfang an auf 15 Millionen aufgestockt wird);
am 30. Juli 2005 gewann Irin Dolores McNamara die Rekordsumme von gut
115,4 Millionen Euro. Am 3. Februar 2006 teilten sich 3 Gewinner den
Rekord-Jackpot von 183 Millionen Euro, nach dem der 1. Rang 11 Wochen
lang nicht besetzt war. Zwei Franzosen und ein Portugiese erhielten
je 61.191.026 Euro. Um den Jackpot nicht noch weiter ansteigen zu lassen,
trat am 10. Februar 2006 eine neue Regel in Kraft, die den Jackpot in
der 12. Spielwoche auf den nächsten besetzten Rang aufteilt. Dies
geschah erstmals am 17. November 2006: Nachdem sich rund 180 Millionen
Euro im Jackpot angesammelt hatten, wurde dieser unter den Gewinnern
des zweiten Ranges verteilt (es gab daher 20 Gewinner von je 9,6 Millionen
Euro).
Alles in allem ist das Konzept von EuroMillions vergleichbar mit dem
deutschen "6 aus 49 plus Superzahl" sowie insbesondere den
US-amerikanischen Mehr-Staaten-Lotterien Powerball und Mega Millions:
Der Trend geht offenbar zu immer niedrigeren Gewinnchancen auf immer
höhere Jackpots, und gleichzeitig zu vergleichsweise niedrigen
Gewinnen in den weiteren Kategorien. Weiterhin die niedrigste Gewinnchance
auf den Hauptpreis besteht jedoch beim italienischen Super Enalotto
mit seinem 6-aus-90-Prinzip (siehe unten).
Gewinnbesteuerung in den teilnehmenden Staaten
* Schweiz: In der Schweiz wird automatisch die Verrechnungssteuer
auf Gewinne über 50,- SFr abgeführt, die derzeit (2007) 35
Prozent beträgt und Gewinne dementsprechend stark mindert.
Sensationen
Eine Sensation des Lottospieles war, als im Jahre 1999 insgesamt 3,89%
der Lottospieler den Euromillionen-Jackpot erhielten. Dieser war jedoch
nicht sehr hoch. Er betrug umgerechnet ca. 102.000 DM. Solche Sensationen
gab es auch in Chicago, als dort 8,9 % Lottospielende einen Jackpot
von ungefähr 198.000$ knackten.
Systemspiele
Bei einem Lottosystemspiel können mehr als die üblichen 6
Zahlen angekreuzt werden und damit viele Kombinationen "systematisch"
auf einmal in Auftrag gegeben werden, z.B. alle Möglichkeiten mit
7 bestimmten Zahlen 6er-Kombinationen zu bilden. Die Zahl der möglichen
Kombinationen bei einem Systemtipp kann mit der mathematischen Funktion
n über k bestimmt werden, so werden bei einem Systemtipp "3
aus 5", der alle 3er-Kombinationen aus 5 Zahlen abdeckt (5 über
3), also zehn verschiedene Dreierkombinationen getippt. Die erhöhte
Gewinnchance geht mit höherem Einsatz einher, die Gewinnquote zu
erhöhen ist damit nicht möglich.
Alle denkbaren Lottoreihen des deutschen Lottos 6 aus 49 mit Superzahl
auf einmal zu spielen (14 Mio. Tippmöglichkeiten x 10 Superzahlen)
würde einen Einsatz von etwa 120 Mio. € erfordern. Zwar ließen
sich auf diesem Weg neben einem Jackpot auch die meisten Ausschüttungen
der anderen Gewinnklassen einnehmen, dennoch bliebe die Gewinnsumme
nur im zweistelligen Millionenbereich. Dass beim Lottospiel auf lange
Sicht die Gewinnbilanz immer deutlich negativ ausfällt, resultiert
aus der geringen Gewinnausschüttungsquote. Während beim normalen
Lotto die Verluste etwa 50% des Einsatzes betragen, sind es beim Roulette
nur etwa 3 %.
Zur Verdeutlichung, bei einem Startkapital von 1.000 EUR blieben, im
statistischen Mittel, nach zehnmaligen Wiedereinsatz des verbliebenen
Kapitals dem Roulettespieler am Ende 760 EUR, dem Lottospieler noch
98 Cent.
Artikel Lotto. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand: 12. Juni 2007, 13:07 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lotto&oldid=33066249
(Abgerufen: 17. Juni 2007, 12:27 UTC)
lings
|