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Afrika

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Afrika ist mit einer Fläche von 30,3 Millionen km² (22 % der gesamten Landfläche der Erde) nach Asien der zweitgrößte Kontinent und ungefähr dreimal so groß wie Europa.

Etymologie

Im Altertum bezeichnete Africa nur das Gebiet des heutigen Tunesien, der Kontinent wurde Libyen oder auch Die Hölle genannt. Der Name wurde vom römischen Senator und Feldherrn Scipio Africanus (Eroberer Karthagos) erstmals verwendet und könnte von einem einheimischen Stamm abgeleitet sein oder auf dem phönizischen afar („Staub“), dem griechischen aphrike („unkalt“), dem lateinischen aprica („sonnig“) oder dem lateinischen Wort Afer (Plural: Afri) beruhen, was soviel wie „Afrikaner, Punier“ bedeutet.

Geographie

Die Sahara teilt den Kontinent in das hauptsächlich von Arabern bewohnte Nordafrika und das subsaharische Afrika (Schwarzafrika)

Geprägt wird der Erdteil von der kulturellen Vielfalt seiner unzähligen Völker, dem Erbe des Kolonialismus, den Folgen der extremen Armut weiter Teile der afrikanischen Bevölkerung sowie dem aktuellen Bemühen, Afrikas Marginalisierung in vielen Bereichen zu überwinden und nachhaltige Lösungen für seine zahlreichen Probleme zu finden.

Die etwa 906 Mio. Einwohner (Stand Mitte 2005) machen 14 % der gegenwärtigen Weltbevölkerung aus, wobei dieser Anteil durch die hohen Geburtenraten in den nächsten Jahrzehnten vermutlich noch steigen wird.

Lage

Afrika ist im Norden vom Mittelmeer, im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer umgeben. Die Küstenlänge beträgt 30.490 km, was gemessen an der großen Fläche relativ wenig ist. Die einzige Landverbindung zu anderen Festlandmassen, bzw. zu Eurasien, bildet der Sinai, der zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel liegt. Europa liegt Afrika an der Straße von Gibraltar und der Straße von Sizilien am nächsten.

Der afrikanische Erdteil ist nur wenig gegliedert; er hat weniger Inseln und Halbinseln als alle anderen Kontinente. Die weitgehend unbesiedelte Sahara trennt das zum Mittelmeerraum gehörende Nordafrika vom südlich gelegenen Schwarzafrika (subsaharisches Afrika).

Der kleinste Staat auf dem Festland, Gambia, ist etwa so groß wie Zypern und der größte, Sudan, ungefähr acht mal so groß wie Deutschland. Die größte Insel ist Madagaskar, die vor der Südostküste Afrikas im Indischen Ozean (Indik) liegt. Die Kanarischen Inseln und die Städte Ceuta und Melilla sind Teile Spaniens; die Insel Madeira ist Teil Portugals. Diese Gebiete gehören somit zur Europäischen Union.

Gewässer

* Der längste Strom Afrikas und zugleich der längste der Erde ist der Nil mit 6.671 km. Er mündet in das Mittelmeer.
o Am Oberlauf des Nils liegt der Viktoriasee (68.870 km²), der größte See Afrikas und nach dem Kaspischen Meer und dem Oberen See der drittgrößte See der Erde.

* Der zweitlängste Fluss Afrikas und der wasserreichste des Kontinents ist der Kongo mit 4.374 km. Er mündet in den Südatlantik.
o Ein rechter Nebenfluss des Kongos ist die rund 350 km lange Lukuga, der einzige Abfluss des ostafrikanischen Tanganjikasees. Dieser ist mit 1.470 m nach dem Baikalsee (Sibirien) der zweittiefste See der Erde.

* Der Niger ist nach dem Nil und dem Kongo mit 4.184 km Länge der drittlängste Fluss bzw. Strom in Afrika. Nach Verlassen des Kainji-Stausees mündet der Niger in den Südatlantik. Sein Einzugsgebiet beträgt 2.261.763 km².

* Der Sambesi mit 2.736 km ist der viertlängste Fluss in Afrika und der größte afrikanische Fluss, der in den Indischen Ozean fließt. Das Einzugsgebiet umfasst 1.332.574 km², was etwa der Hälfte des Nil-Einzugsgebietes entspricht.
o Der Malawisee mit 29.600 km² zählt mit 706 m zu den tiefsten Seen in Afrika. Sein Abfluss ist der Shire-Fluss, der nach 402 km in den Sambesi mündet.

Geologie

Im Norden Afrikas zieht sich das Atlas- oder Maghreb-Gebirge durch die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien, das zusammen mit den Alpen im Zuge der Annäherung der afrikanischen an die eurasische Platte entstanden ist.

Durch den Osten Afrikas zieht sich der Große Afrikanische Grabenbruch, welcher die Fortsetzung des Grabenbruchs unter dem Roten Meer ist und auf eine Abspaltung des Horns von Afrika und Arabiens vom Rest Afrikas hindeutet. Der dabei entstehende Vulkanismus hat unter anderem das Kilimandscharo-Massiv, das höchste Bergmassiv Afrikas, das Ruwenzori-Gebirge und das Mount-Kenya-Massiv geschaffen. Im weiteren Verlauf des Grabenbruchs liegen Rudolfsee, Kiwusee, Tanganjikasee und Malawisee sowie der Unterlauf des Sambesi.

Gebirge und Berge

Dies sind die fünf höchsten Gebirge bzw. Bergmassive mit ihrem jeweils höchsten Berg in Afrika:
Gebirge Berg Höhe ü. NN Staat
Kilimandscharo-Massiv Kibo (Uhuru-Peak) 5.895 m Tansania
Mount-Kenya-Massiv Batian 5.199 m Kenia
Ruwenzori-Gebirge Margherita Peak 5.109 m DR Kongo und Uganda
Hochland von Abessinien Ras Daschan Terara 4.620 m Äthiopien
Virunga-Vulkane Karisimbi 4.507 m Ruanda, DR Kongo und Uganda

Außerdem zählen der Atlas mit dem Toubkal (4.165 m ü. NN) in Marokko, der Mount Meru (4.562,13 m), ein Inselberg in Tansania, und der Kamerunberg (4.095 m), ein Inselberg in Kamerun, zu den höchsten Gebirgen, Bergmassiven bzw. Bergen des Kontinents.

Klima und Natur

Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen. 75 % der Fläche Afrikas liegen innerhalb der Wendekreise, die die mathematische Tropengrenze bilden. Der größte Teil Zentral- und Westafrikas ist von tropischem Regenwald bedeckt; das Kongobecken ist nach Amazonien das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Um die Wendekreise sind große Wüsten entstanden; die Sahara im Norden wird nur durch die Flussoase des Nils unterbrochen, im Süden befinden sich die Namib als Nebelwüste und die Kalahari als Trockensavanne. Südlich der Sahara (Sahelzone) und in Ostafrika bis Südafrika hinunter befinden sich riesige Savannengebiete. Im Bereich zweier jährlicher Niederschlagsmaxima breiten sich die Trockenwälder und Feuerökosysteme aus, beispielsweise Mopane, Miombo oder Chipya-Vegetation. Südostafrika ist durch den Einfluss des Monsun und die großen Täler von Sambesi und Limpopo fruchtbarer.

Städte

Die größte Stadt Afrikas ist Kairo (Ägypten) mit 15.707.992 Einwohnern, danach folgt Lagos (Nigeria) mit 11.153.863 Einwohnern; die drittgrößte Stadt des Kontinents ist Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) mit 8.096.254 Einwohnern.

Reisen Afrika - Alkoholabhängigkeit

Bevölkerung

Afrika hat 848,65 Millionen Einwohner (Stand 2005)[1]. Der bevölkerungsreichste Staat ist Nigeria mit knapp 140 Millionen Einwohnern. Der bevölkerungsärmste Staat sind die Seychellen mit 80.000 Einwohnern.

Siehe auch: Bevölkerungszahlen afrikanischer Staaten und ihrer Hauptstädte

Ethnien

Im Norden Afrikas lebten schon Jahrtausende vor der Ankunft der Araber um das 7. Jahrhundert herum berberische Völker. Diese leben seitdem vor allem in den gebirgigen Regionen des Maghreb, wo sie vor den arabischen Invasoren Zuflucht fanden, um sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte aber deutlich mit jenen zu durchmischen und eine eigene maghrebinische Kultur zu schaffen, die einige Unterschiede zur übrigen arabischen Welt aufweist, beispielsweise in der Sprache. Auch die Völker Nordostafrikas, wie z. B. die Amharen sind semitische Völker. Südlich der Sahara, die von den nomadisierenden Tuareg bewohnt ist, leben einige Tausend verschiedene schwarzafrikanische Völker. Von den westafrikanischen sind die Mande- und Voltaic-Völker zu nennen. Hausa und Yoruba leben im östlichen Westafrika, Wolof und Fulbe im westlichen Teil. In Zentral- und Ostafrika sind die Bantu beheimatet, eine aus zahlreichen Völkern bestehende Gruppe. Die Khoisan-Völker zählen zu den am längsten in Afrika ansässigen Ethnien. Größte Gruppe von im Zuge der Kolonialisierung eingewanderten Menschen sind die Buren in Südafrika. Moderne Migrationsbewegungen haben Libanesen nach West- sowie Inder und Chinesen nach Ostafrika gebracht.

Sprachen

Insgesamt gibt es über 2000 eigenständige afrikanische Sprachen von denen rund 50 als größere Sprachen gelten, die jeweils von über einer Million Menschen gesprochen werden. Einige der wichtigsten afrikanischen Sprachen sind Swahili, Igbo, Hausa und Fulbe. Die ehemaligen Kolonialsprachen Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch, Niederländisch (Afrikaans) werden vielerorts noch heute gesprochen.

Zu den afroasiatischen Sprachen gehören Arabisch, Hausa und Amharisch, zu den nigerkordofanischen Sprachen zählen Bambara, Swahili, Wolof, Yoruba und Zulu. Die Khoisan-Sprachen werden von den gleichnamigen Völkern im Südlichen Afrika gesprochen; charakteristisch für sie sind Klicklaute. Auf Madagaskar werden Austronesische Sprachen wie Malagasy, Howa (Dialekt des Merina) und andere Merina-Dialekte gesprochen.

Religion

In Nordafrika, Ostafrika und Westafrika ist der Islam weit verbreitet. Mehr als 41 % aller Afrikaner (darunter in Nordafrika Araber) gehören dem Islam an. Daneben gibt es vor allem in West- und Südostafrika eine große Anzahl derer, die Animismus praktizieren. Man schätzt, dass weitere 10 % der Afrikaner dem Animismus anhängen. Die restlichen rund 48 % gehören christlichen Konfessionen an (u.a Kopten) Die Mehrheit der afrikanischen Christen lebt im Süden Afrikas. Eine Sonderrolle spielt die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, da in Äthiopien das Königreich Axum das Christentum zur Staatsreligion machte. Außerdem sind unter den nicht-afrikanischen Minderheiten auch Bahai, Judentum, Hinduismus und Buddhismus verbreitet.

Politik

Mit der Gründung der Afrikanischen Union (AU) soll ein neues Kapitel in der afrikanischen Politik eingeschlagen werden; Eigenverantwortung, gegenseitige Kontrolle, gute Regierungsführung sollen die afrikanische Renaissance ermöglichen.

Gliederung

* Nordafrika
* Westafrika
* Ostafrika
* Zentralafrika
* Südliches Afrika

Alle 53 Staaten Afrikas und abhängigen Gebiete

* Ägypten Ägypten (Hauptstadt Kairo)
* Algerien Algerien (Hauptstadt Algier)
* Angola Angola (Hauptstadt Luanda)
* Äquatorialguinea Äquatorialguinea (Hauptstadt Malabo)
* Äthiopien Äthiopien (Hauptstadt Addis Abeba)
* Benin Benin (Hauptstadt Porto-Novo / Regierungssitz Cotonou)
* Botsuana Botsuana (Hauptstadt Gaborone)
* Burkina Faso Burkina Faso (Hauptstadt Ouagadougou)
* Burundi Burundi (Hauptstadt Bujumbura)
* Dschibuti Dschibuti (Hauptstadt Dschibuti)
* Elfenbeinküste Elfenbeinküste (Hauptstadt Yamoussoukro / Regierungssitz Abidjan)
* Eritrea Eritrea (Hauptstadt Asmara)
* Gabun Gabun (Hauptstadt Libreville)
* Gambia Gambia (Hauptstadt Banjul)
* Ghana Ghana (Hauptstadt Accra)
* Guinea Guinea (Hauptstadt Conakry)
* Guinea-Bissau Guinea-Bissau (Hauptstadt Bissau)
* Kamerun Kamerun (Hauptstadt Yaoundé)
* Kap Verde Kap Verde (Hauptstadt Praia)
* Kenia Kenia (Hauptstadt Nairobi)
* Komoren Komoren (Hauptstadt Moroni)
* Demokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo (ehemals Zaire) (Hauptstadt Kinshasa)
* Republik Kongo Republik Kongo (Hauptstadt Brazzaville)
* Lesotho Lesotho (Hauptstadt Maseru)
* Liberia Liberia (Hauptstadt Monrovia)
* Libyen Libyen (Hauptstadt Tripolis)
* Madagaskar Madagaskar (Hauptstadt Antananarivo)
* Malawi Malawi (Hauptstadt Lilongwe)
* Mali Mali (Hauptstadt Bamako)
* Marokko Marokko (Hauptstadt Rabat)
* Mauretanien Mauretanien (Hauptstadt Nouakchott)
* Mauritius Mauritius (Hauptstadt Port Louis)
* Mosambik Mosambik (Hauptstadt Maputo)
* Namibia Namibia (Hauptstadt Windhoek)
* Niger Niger (Hauptstadt Niamey)
* Nigeria Nigeria (Hauptstadt Abuja)
* Ruanda Ruanda (Hauptstadt Kigali)
* Sambia Sambia (Hauptstadt Lusaka)
* São Tomé und Príncipe São Tomé und Príncipe (Hauptstadt São Tomé)
* Senegal Senegal (Hauptstadt Dakar)
* Seychellen Seychellen (Hauptstadt Victoria)
* Sierra Leone Sierra Leone (Hauptstadt Freetown)
* Simbabwe Simbabwe (Hauptstadt Harare)
* Somalia Somalia (Hauptstadt Mogadischu)
* Südafrika Südafrika (Hauptstadt Pretoria)
* Sudan Sudan (Hauptstadt Khartum)
* Swasiland Swasiland (Hauptstadt Mbabane)
* Tansania Tansania (Hauptstadt Dodoma / Regierungssitz Daressalam)
* Togo Togo (Hauptstadt Lomé)
* Tschad Tschad (Hauptstadt N’Djamena)
* Tunesien Tunesien (Hauptstadt Tunis)
* Uganda Uganda (Hauptstadt Kampala)
* Zentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik (Hauptstadt Bangui)

* sowie die abhängigen oder autonomen Gebiete:
* Kanarische Inseln Kanarische Inseln (Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife)
* Madeira Madeira (Hauptstadt Funchal)
* Réunion Réunion (Hauptstadt Saint-Denis)
* St. Helena St. Helena (Hauptstadt Jamestown)
* Westsahara Westsahara (Hauptstadt El Aaiún)
* Somaliland (Hauptstadt Hargeysa)

Wirtschaft

Weite Teile der Wirtschaft im mittleren und südlichen Afrika sind auf den Export ausgerichtet (z. B. Bananenplantagen, Tropenhölzer, Gold- und Diamantenminen, Kakaoplantagen). Daneben gibt es in den Städten größere Industrie- und kleinere Handwerksbetriebe, die unter anderem für den Eigenbedarf produzieren. Auf dem Lande herrscht oft Selbstversorgungswirtschaft, beispielsweise Anbau von Maniok und Batate, Fischerei, Tierzucht. Außerdem ist in manchen Gegenden der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle (z. B. Safari).

In den Staaten Nordafrikas bringt vor allem die Förderung von Erdöl und Erdgas Einnahmen. Daneben gibt es am Nil und in einigen fruchtbaren Gebieten Landwirtschaft. Die Nil-Staudämme werden zur Stromerzeugung genutzt.

Artikel Afrika. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Mai 2007, 09:54 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Afrika&oldid=31427549 (Abgerufen: 7. Mai 2007, 08:42 UTC)

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